Deutscher Verband für Landschaftspflege
Eine der geplanten Ansaatflächen am Münchberger Hallenbad. Foto: LPV Hof

24.04.2023 Münchberg macht Insekten den Hof

Im letzten Sommer erhielt der Landschaftspflegeverband Landkreis und Stadt Hof (LPV) im Rahmen seines Projekts „Wir machen Insekten den HOF!“ der Initiative NATÜRLICH BAYERN Gelder von der Regierung von Oberfranken für gebietsheimisches Saatgut. Dieses Saatgut sollte an interessierte Gemeinden verteilt werden, die eigene Flächen insektenfreundlicher gestalten möchten.

Unter anderem hatte der Bauhof der Stadt Münchberg mehrere Flächen beim LPV vorgeschlagen. Die Stadt Münchberg setzt sich bereits seit Jahren für die insektenfreundliche Pflege ihrer Grünflächen ein. Es wurden Schulungen zu diesem Thema besucht und neben anderen Maßnahmen große Bereiche öffentlichen Grüns als Überwinterungslebensräume für Insekten über Winter stehen gelassen. Die Aufwertung von Grünflächen durch Ansaaten stellt einen Baustein für mehr Artenvielfalt in der Stadt dar.

Die Flächenvorschläge überzeugten den LPV. Auf mehr als 3000 m² sollen nun in direkter Nähe zum Münchberger Hallenbad bzw. dem Wohnmobilstellplatz blütenreiche Paradiese für die heimische Fauna entstehen. Mit dem regionalen Saatgut werden im Frühjahr dort Ansaaten durchgeführt. Auf den  Flächen werden Streifen aufgefräst, um neue Arten einzubringen. Von diesen Streifen aus verbreiten  sich die Blütenpflanzen mit den Jahren auf die gesamte Fläche.

Bei den ausgebrachten Samen handelt es sich um gebietsheimische Kräuter und Blumen von artenreichen Bergmähwiesen aus dem Frankenwald. „Unser Ziel ist es, blühende Wiesen zu schaffen, die auch natürlicherweise bei uns zu finden sind. Die Kräuter brauchen Zeit, um zu wachsen und vor allem die richtige Pflege. Deshalb werden die Flächen nicht sofort nach der Ansaat auffällig und bunt blühen, wie wir es aus den Ansaatmischungen aus dem Baumarkt kennen“, erklärt Isabel Kaske vom LPV. Damit sich typische Arten wie Wiesen-Margerite, Johanniskraut und Waldstorchschnabel optimal entwickeln, müssen die Flächen zukünftig ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden. Die Mahd erfolgt dabei insektenschonend mit dem bauhofeigenen, neu angeschafften Balkenmäher.

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Zur Ansaat vorbereitete Fläche in Ellhofen Foto: J. Greulich

06.04.2023 Ellhofen: Einsatz für mehr Artenvielfalt

Weiler-Simmerberg setzt sich im NATÜRLICH BAYERN Projekt des Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e.V. gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Vielfalt Ellhofen für mehr Artenvielfalt auf kommunalen Grünflächen ein.

Mit dem Projekt „Heimische Blütenpracht – Unsere Kommune macht´s“ des Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e.V. (LPV) sollen Insekten wieder mehr Nahrung auf kommunalen Grünflächen im Landkreis finden. Durch angepasste Pflegemaßnahmen und die Förderung gebietsheimischer Pflanzen sollen in den nächsten Jahren artenreiche Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge und andere nützliche Insekten geschaffen werden. Der Markt Weiler-Simmerberg ist eine der neun Kommunen im Landkreis, die sich am Projekt des LPV beteiligt.

Kommunale Grünflächen werden oft häufig gemäht. Doch ist eine häufige Mahd oft nicht notwendig, da sie kaum betreten werden. Christine Mühler, aus der Arbeitsgruppe Vielfalt Ellhofen hat mit Bürgermeister Tobias Paintner Flächen für das NATÜRLICH BAYERN Projekt ausgewählt. Sie sollen künftig nur noch zwei Mal pro Jahr gemäht werden. Durch eine seltenere, aber auch spätere Mahd ab etwa Mitte Juni bleibt den Pflanzen mehr Zeit um Samen zu bilden. So kann ihr Fortbestehen gesichert werden. Zudem bieten die Pflanzenstängel und Blüten Lebensraum und Nahrung für viele Insekten. Bei der Mahd sollte auf Mulcher oder Rasenmäher, die fast alle Lebewesen töten, verzichtet werden. Viel besser für die ökologische und somit schonende Grünflächenpflege eignet sich ein Doppelmesserbalken-Mähwerk. Das Mahdgut sollte im besten Fall abtransportiert und auf eine Düngung verzichtet werden. Somit werden der Fläche Nährstoffe entzogen und das Wachstum von Gräser wird verringert. Dadurch gelangt mehr Licht auf den Boden. „Viele Kräuter, wie beispielsweise der Wiesen-Salbei, brauchen viel Licht, um überhaupt keimen zu können. Wenn das Mahdgut entfernt wird und Nährstoffe entzogen werden, können Kräuter besser wachsen.“ erklärt Julia Greulich die zuständige Projektmanagerin des LPV. Die Vielfalt an Blütenfarben und -formen ist wichtig, da viele Insekten auf eine bestimmte heimische Pflanze oder Blütenform spezialisiert sind.

Beispielsweise sollen im Gemeindegebiet die neugestalteten Flächen am Sportplatz in Simmerberg mit gebietseigenem Saatgut angesät bzw. angereichert werden. Dieses Saatgut stammt größtenteils von artenreichen Wiesen im Landkreis und wurde mit einer speziellen Bürstmaschine geerntet. Projektschilder weisen auf das Vorhaben hin.

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  • Altbaum in Gelbelsee vor… Foto: LPV Eichstätt
  • …und nach dem Pflegeschnitt Foto: LPV Eichstätt
  • Schulung der Bauhofmitarbeiter Foto: LPV Eichstätt

24.03.2023 Denkendorf: Pflegeaktion und Schulung der Bauhofmitarbeiter

Im Rahmen des Projektes „Bienenweide Streuobstwiese – ein vielfältiger Lebensraum blüht auf“ der Initiative „Natürlich Bayern“ legt der des Landschaftspflegeverbands Landkreis Eichstätt e.V. (LPV) Augenmerk auf den Erhalt und die Pflege der Streuobstbestände (Bäume und Untergrund) im gesamten Landkreis. Es wurden bereits über 4600 Obstbäume auf über 82 ha erfasst.

Nun wurde die Pflege einer verbuschten Streuobstwiese mit einem ökologisch sehr wertvollen Altbestand in der Gemeinde Denkendorf fertiggestellt. Nachdem der Untergrund zunächst freigestellt wurde, konnte der Baumwart Simon Rudingsdorfer die Bäume in Klettertechnik schneiden. Der fachgemäße Erhaltungsschnitt verhindert das Brechen zu stark tragender Leitäste, sorgt für neuen, gesunden Austrieb und trägt zur Langlebigkeit der Bäume bei. Auch auf dem Untergrund kann sich nun, bei weiterer Pflege, ein artenreicher Lebensraum entwickeln. Gemeinsam mit Mitgliedern des Obst- und Gartenbauvereins Denkendorf, Ortsgruppe Gelbelsee, folgten die Anwesenden aufmerksam den Erklärungen des Baumpflegers, halfen dabei das Schnittgut für den Abtransport zu bündeln und hingen Nisthilfen für verschiedene Streuobstwiesenbewohner auf. Dem langfristigen Erhalt und einer Nutzung dieser wertvollen Kulturlandschaft steht nun nichts mehr im Weg.

Weiterhin führte Peter Riegg, Fachkraft beim LPV Eichstätt, zudem eine Schulung der Bauhofmitarbeiter der Gemeinde Denkendorf zum Thema Obstbaumpflege durch. Auf verschiedenen Flächen der Gemeinde stand die Pflege der Streuobstbeständen und deren Untergrund im Fokus. Dabei wurde über insektenfreundliche Mähtechniken des Untergrundes diskutiert, der korrekte Erziehungsschnitt von Jungbäumen erläutert und die praktische Umsetzung von Maßnahmen an bestehenden Streuobstbäumen geübt. Durch den Austausch können Schwierigkeiten bei der Pflege herausgestellt, aber auch Lösungsansätze und Ideen gesammelt werden, die den langfristigen Erhalt der Bestände sichern.

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  • Peter Riegg erklärt Interessierten den Erziehungsschnitt eines Jungbaumes. Foto: LPV Eichstätt
  • Mitglieder der BN OG Beilngries beim Anbringen der Nisthilfen. Foto: LPV Eichstätt

10.03.2023 Beilngries: Lebensraum Streuobstwiese

Unter dem Slogan „Bienenweide Streuobstwiese – ein vielfältiger Lebensraum blüht auf“ hat der Landschaftspflegeverband Landkreis Eichstätt e.V. im Jahr 2021 im Rahmen der Initiative „Natürlich Bayern“ ein Projekt gestartet. Im Augenmerk des Vorhabens steht der Erhalt und die Pflege der Streuobstbestände (Bäume und Untergrund) im gesamten Landkreis. Bei richtiger Pflege können Streuobstwiesen für über 5000 Tier- und Pflanzenarten Lebensraum, Nistmöglichkeiten, Schutz- und Nahrungsangebote bieten.

Nun gab Peter Riegg, Fachkraft beim LPV Eichstätt, während einer gemeinsamen Pflegeaktion mit dem Bund Naturschutz, Kreisgruppe Beilngries auf einer Streuobstwiese der Stadt Beilngries, einen Crash-Kurs zum richtigen Obstbaumschnitt für alle Interessierten. Damit die Obstbäume ein ökologisch wertvolles Alter erreichen können, ist der Erziehungs- und Pflegeschnitt jüngerer Bestände besonders wichtig. Die Schulung von Streuobstinteressierten und Bauhofmitarbeitern ist deswegen Teil des Projektes. Neben dem Pflegeschnitt von Altbäumen und wichtigen Sicherheitsaspekten beim Baumschnitt, die zu beachten sind, konnten die Teilnehmenden später an einer 2018 gepflanzten Streuobstwiese in Oberndorf den Erziehungsschnitt üben. Auch die richtige Pflege des Untergrundes wurde thematisiert.

Durch Spendengelder der Willibald-Schmidt-Stiftung war es dem LPV Landkreis Eichstätt e.V. zudem möglich, zahlreiche Nisthilfen einzukaufen, von denen nun einige auf der Streuobstwiese an der Kevenhüller Brücke einen neuen Bestimmungsort gefunden haben.

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Blütenpracht am Wegesrand der Radltour. Foto: C. Niegl/LPV

23.02.2023 Aichach: Dem Summen auf der Spur

Der Landschaftspflegeverband Aichach-Friedberg bietet eine aufschlussreiche Komoot-Radtour im Rahmen seines Projektes der Initiative NATÜRLICH BAYERN an.

Durch die verlinkten Informationen im Rahmen der Tour werden nicht nur Erholungssuchende angeregt sich auf den Weg zu machen. Auch an der Natur interessierte Radfahrer können hier ihren Wissensdurst stillen. Kann man sich etwas Schöneres vorstellen, als durch das Ecknachtal mit seinem mäandrierenden Flusslauf zu radeln und dabei noch schlauer zu werden? So leicht kann es gehen!
Innerhalb der Tour führt der LPV im Rahmen des Projektes - „Das Summen machts: Gemeinsam InsektenRäume verbinden“ zu sehenswerten Beispielflächen. Dabei finden sich innerhalb der App Komoot sowie über die QR-Codes der Schilder Links zur Homepage, wo spannende Fakten zur Ökologie von Wildbienen, der Landschaftspflege, dem Biotopverbund und vielem mehr zu finden sind. Auch finden sich immer wieder brauchbare Tipps für ihren eigenen naturnahen Garten.

Die 3,5 stündige Rundtour hat eine Gesamtlänge von 45,3 km und begeistert mit der Schönheit unserer Heimat. Zur Stärkung während der Tour ist auf halber Strecke eine Einkehrmöglichkeit in Sielenbach eingeplant.

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Geplante Ansaatfläche am Ortseingang von Köditz im August 2022. Foto: LPV Hof

09.02.2023 Köditz: 1400 m² blütenreiches Paradies

Im letzten Sommer erhielt der Landschaftspflegeverband Landkreis und Stadt Hof (LPV) im Rahmen seines Projekts „Wir machen Insekten den HOF!“ Gelder von der Regierung von Oberfranken für gebietsheimisches Saatgut. Plan war, dieses Saatgut an interessierte Gemeinden zu verteilen, die eigene Flächen insektenfreundlicher gestalten möchten.

Unter anderem konnte die Gemeinde Köditz mit ihren Ideen überzeugen: Auf insgesamt 1400 m² sollen an der Ortseinfahrt von der Bundesstraße B173 nach Köditz und am Dorfgemeinschaftshaus in Lamitz blütenreiche Paradiese für die heimische Fauna entstehen. Mit dem regionalen Saatgut werden im Frühjahr dort Ansaaten durch den Gemeindebauhof durchgeführt.

Bei den ausgebrachten Samen handelt es sich um keine gezüchteten Blumen, sondern Kräuter von artenreichen Bergmähwiesen aus dem Frankenwald. „Unser Ziel ist, blühende Wiesen zu schaffen, die auch natürlicherweise bei uns zu finden sind. Die Kräuter brauchen ihre Zeit, um zu wachsen und vor allem auch die richtige Pflege. Deshalb werden die Flächen nicht sofort nach der Ansaat auffällig und bunt blühen, wie wir es aus den Ansaatmischungen aus dem Baumarkt kennen.“, erklärt Isabel Kaske vom LPV. Damit sich typische Arten, wie Wiesen-Margerite, Johanniskraut und Waldstorchschnabel optimal entwickeln, müssen die Flächen zukünftig ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden.

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  • Um das Betreten und Befahren der neu angesäten Fläche zu unterbinden, wurde der Bereich abgesperrt. Foto: J. Greulich
  • Ein Schild auf der Fläche beschreibt die Maßnahme und das NATÜRLICH BAYERN Projekt. Foto: J. Greulich

23.01.2023 Lindenberg: Neuansaat vor Hallenbadneubau

Beim Neubau des Hallenbads der Stadt Lindenberg i. Allgäu ist am Gebäude eine etwa 150 m² große Grünfläche vorgesehen. Der Bürgermeister der Stadt Eric Ballerstedt hat die Projektmanagerin Frau Julia Greulich gebeten, diese Fläche in das NATÜRLICH BAYERN Projekt „Heimische Blütenpracht – Unsere Kommune macht´s“ des Landschaftspflegeverbands Lindau-Westallgäu e.V. (LPV) aufzunehmen und mit selbstgeerntetem Saatgut aus der Kommune anzusäen

Der LPV hat im Sommer letzten Jahres artenreiche Wiesen am Bergfriedhof der Stadt mit einer Bürstmaschine beerntet, das Saatgut getrocknet und für eine Ansaat aufbereitet. Diese Wiesen des Bergfriedhofs werden seit vielen Jahren nicht gedüngt und weisen ein hohes Artenspektrum auf. Auf die Fläche am Hallenbad wurde zunächst mageres, kiesiges Substrat ausgebracht und anschließend das gebietseigene Samenmaterial ausgebracht. Bauhofmitarbeiter walzten die Fläche für einen besseren Bodenschluss der Samen und sperrten die Fläche ab. Ein Schild weist zudem auf das Projekt hin. Langfristig soll die Fläche zwei Mal pro Jahr mit einem Balkenmäher gemäht werden. Nun bleibt abzuwarten, wie sich die Fläche in den kommenden Jahren entwickelt.

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An den neugebauten Flüsseradweg angrenzend soll im kommenden Frühjahr auf rund 450 m² eine Ansaat mit gebietsheimischen Saatgut erfolgen. Foto: LPV Hof

12.01.2023 Stammbach: Regionales Saatgut für eine blütenreiche Wiese

Im letztjährigen Sommer beantragte der Landschaftspflegeverband Landkreis und Stadt Hof (LPV) im Rahmen seines Projekts „Wir machen Insekten den HOF!“ Gelder bei der Regierung von Oberfranken für gebietsheimisches Saatgut. Plan war, dieses Saatgut an interessierte Gemeinden zu verteilen, die eigene Flächen insektenfreundlicher gestalten möchten.

Unter anderem konnte die Gemeinde Stammbach mit ihrem Konzept überzeugen: Am südwestlichen Ortsausgang entlang des neugebauten Flüsseradwegs soll ein kleines Paradies für die heimische Fauna entstehen. Es gibt bereits einen Lesesteinhaufen als Sonnen- und Versteckmöglichkeit für Reptilien. Auf rund 450 m² soll außerdem eine Ansaat mit dem gesponserten regionalen Saatgut realisiert werden. So kann sich dort eine blütenreiche Wiese mit zahlreichen Kräutern wie Wiesen-Margerite, Johanniskraut und Waldstorchschnabel entwickeln.

Im November brachte Isabel Kaske vom LPV das Saatgut ins Stammbacher Rathaus. Bürgermeister Karl Philipp Ehrler bedankte sich bei der Projektmanagerin: „Die Fläche ist aktuell blütenarm und bietet nur wenige Nektarquellen für Insekten. Wir freuen uns, wenn es dort bald summt und brummt!“ Isabel Kaske erklärte, dass die Fläche nicht sofort nach der Ansaat bunt und auffällig blühen wird, wie wir es von den typischen Ansaatmischungen aus dem Baumarkt gewöhnt sind. „Es handelt sich um keine gezüchteten Blumen, sondern Kräuter von artenreichen Bergmähwiesen aus dem Frankenwald. Diese brauchen einige Zeit, um zu wachsen und vor allem auch die richtige Pflege.“ Damit sie sich optimal entwickelt, muss die Wiese deshalb zukünftig ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden.

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  • Drei wenig genutzte Teilflächen zwischen Mietobjekten der GKWG Kreis-Wohnbau-GmbH Lindau (B) werden für die Ansaat mit gebietseigenem Saatgut vorbereitet. Foto: J. Greulich
  • Für die Flächenvorbereitung wird aufgrund der schlechten Zugänglichkeit der Flächen und der geringen Lärmbelastung eine handgeführte Bodenfräse mit Zwillingsbereifung verwendet. Foto: J. Greulich
  • Fläche nach dem ersten Fräsvorgang. Nach einem weiteren Fräsvorgang erfolgt die Ansaat. Foto: J. Greulich
  • Schilder auf Flächen beschreiben die Maßnahme und das NATÜRLICH BAYERN-Projekt. Foto: J. Greulich

15.12.2022 Lindau: Machen statt Warten – Einsatz für mehr Artenvielfalt

Mit dem Projekt „Heimische Blütenpracht – Unsere Kommune macht´s“ des Landschaftspflegeverbandes Lindau-Westallgäu e.V. (LPV) sollen wieder mehr Insekten Nahrung auf kommunalen Grünflächen im Landkreis finden. Durch angepasste Pflegemaßnahmen und die Förderung gebietsheimischer Pflanzen sollen in den nächsten Jahren artenreiche Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge und andere nützliche Insekten geschaffen werden. Die GKWG Kreis-Wohnbau-GmbH Lindau (B) ist, als kommunal getragenes Wohnungsbauunternehmen im Landkreis, Teil des Projekts.

Vorrangig geht es darum, Flächen später und weniger häufig zu mähen, sie aber auch weniger zu düngen. „Werden Grünflächen später gemäht, bieten sie vielen Insekten ein reicheres Blütenangebot. Zudem können Kräuter so besser Samen bilden und sichern das Fortbestehen der Pflanzenart auf der Grünfläche“, erklärt Julia Greulich die zuständige Projektmanagerin des LPV. Statt mit einem Mulcher oder Rasenmäher, welche fast alle Insekten zerkleinern, sollte die Mahd mit einem Balkenmäher, einer sehr schonenden Mähmethode, erfolgen. Das Mahdgut soll im besten Fall abtransportiert und auf eine Düngung verzichtet werden. Damit werden der Fläche Nährstoffe entzogen. Dies führt dazu, dass nährstoffliebende Gräser nicht mehr so üppig wachsen können, wodurch mehr Licht auf den Boden gelangt. Viele Kräuter, wie beispielsweise der Wiesen-Salbei, brauchen viel Licht, um überhaupt keimen zu können. Durch die Entfernung des Mahdguts und dem damit verbundenen Nährstoffentzug, können Kräuter demnach besser wachsen. Eine Vielfalt an Blütenfarben und -formen ist wichtig, da viele Insekten auf eine bestimmte heimische Pflanze oder Blütenform spezialisiert sind.

In Zusammenarbeit mit dem LPV hat die GKWG nun Teilflächen auf ihren Grundstücken ausgewählt, welche derzeit selten bis gar nicht genutzt werden und sich für die ökologische Grünflächenpflege eignen. Diese Flächen werden nun statt wie bislang acht Mal mit dem Rasenmäher nur noch zwei Mal mit dem Balkenmäher gemäht. Das Mahdgut wird abgeräumt. So soll es langfristig bunter und blütenreicher werden. Nach dem Sommer brauchen Insekten Rückzugs- und Überwinterungsräume, weshalb kleine Flächen teils das ganze Jahr stehen gelassen werden.

Viele Wiesen sind trotz mageren Böden arm an bunt blühenden Kräutern. Sie sollen zum Teil mit Saatgut, das auf artenreichen Wiesen im Landkreis mit einer speziellen Bürstmaschine geerntet wurde, aufgewertet werden. Dieses Saatgut ist im Vergleich zu den Blühmischungen aus dem Baumarkt an die hiesigen Verhältnisse angepasst und bietet auch spezialisierten Insekten Nahrung. In Lindenberg wurden nun drei Teilflächen inmitten des Siedlungsraumes mit einer handgeführten Bodenfräse für die Ansaat vorbereitet. Nach einem weiteren Fräsvorgang wird gebietseigenes Samenmaterial ausgebracht. Projektschilder weisen bereits jetzt auf die von nun an ökologisch gepflegten Flächen hin.

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  • Nach dem Abtrag des Oberbodens wurde auf der Fläche an der Feuerwehr mageres Substrat ausgebracht und ein Projektschild aufgestellt. Foto: J. Greulich
  • Nach der Flächenvorbereitung wurde die Fläche an der Feuerwehr aufgrund des Gefälles spritzbegrünt. Foto: J. Greulich
  • Auf einem Teil der Böschungsfläche am Geh- und Radweg wurde der dichte Zwergmispelbewuchs entfernt und die Fläche für die Ansaat vorbereitet. Foto: J. Greulich
  • Neben der Zwergmispelfläche wurde auf weiteren Teilabschnitten der Oberboden abgezogen. Foto: J. Greulich
  • Auf der Fläche am Freibad wuchs bislang vor allem gepflanzter Frauenmantel und Storchenschnabel. Foto: J. Greulich
  • Nachdem der Oberboden abgezogen und die Fläche mit magerem Substrat aufgefüllt wurde, wurde die Fläche am Freibad spritzbegrünt. Foto: J. Greulich
  • Entlang des Geh- und Radweges wurden mehrere Teilabschnitte für eine Neuansaat vorbereitet. Foto: J. Greulich

07.12.2022 Oberreute: Pilotkommune als Vorreiter

Oberreute hat als Pilotkommune des NATÜRLICH BAYERN Projekts „Heimische Blütenpracht – Unsere Kommune macht´s“ des Landschaftspflegeverbands Lindau-Westallgäu e.V. (LPV) eine Vorreiterrolle im Hinblick auf die ökologische Pflege und Aufwertung von Grünflächen im Landkreis übernommen. In enger Zusammenarbeit mit Bürgermeister Stefan Schneider und den Bauhofmitarbeitern wurden kommunale Grünflächen ausgewählt, die von nun an zwei Mal pro Jahr, statt gemulcht, mit dem Balkenmäher gemäht werden sollen.

Vor der Feuerwehr und dem Freibad der Gemeinde wurde vor einiger Zeit eine Blühmischung ausgebracht, die viele nicht heimische Arten enthielt. Da diese Arten unseren Insekten oftmals keine Nahrung bieten, sollte hier neu angesät werden.
So wurde auf diesen beiden Flächen der Oberboden abgezogen und mageres Substrat ausgebracht. Sehr aufwändig war hier die Entfernung von tief liegenden Wurzeln, die bei den Baggerarbeiten nicht vollständig entfernt werden konnten. Sie wurden so gut wie möglich von Hand ausgerissen. 
Aufgrund der Hanglage wurde Spritzbegrünung eingesetzt: das im Landkreis geerntete Saatgut wurde mit einem Gemisch aus Cellulose und einem Schnellbegrüner angespritzt. So wird das Abschwemmen des Saatguts bestmöglich vermieden. Zudem schafft diese Schutzschicht ein optimales Klima zur Keimung. Durch eine geeignete Folgepflege, bei der zunächst auch ein Schröpfschnitt notwendig sein kann, um die verbliebenen Arten der Blühmischung zurückzudrängen, sollen sich die Flächen in artenreiche Insektenhotspots entwickeln.

Auf mehreren Teilflächen entlang eines Geh- und Radweges und einer ungenutzten artenarmen Eh-da-Fläche wurde ebenfalls die Grasnarbe abgezogen und teilweise mageres Substrat ausgebracht. Anschließend wurden die Böschungsflächen spitzbegrünt und eben liegende Flächen per Hand angesät und angewalzt. Auf den Projektflächen wurden in Zusammenarbeit mit dem Bauhof bereits Schilder aufgestellt, die über die Maßnahmen aufklären.

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  • Trotz jahrelanger ökologischer Flächenpflege ist die Fläche am Sonnenhang sehr blütenarm und wird daher neu angesät. Foto: J. Greulich/LPV Lindau-Westallgäu
  • Nach dem Abtrag des Oberbodens erfolgt Mitte November die Ansaat mit selbstgeerntetem Saatgut. Foto: J. Greulich/LPV Lindau-Westallgäu

23.11.2022 Lindau: Sonnenhang in Gestratz blüht auf

Trotz jahrelanger ökologischer Grünflächenpflege ist die Böschung am Sonnenhang in Gestratz nach wie vor sehr blütenarm. Daher wurde die Fläche nun in enger und unkomplizierter Zusammenarbeit mit Bürgermeister Fink im Rahmen des NATÜRLICH BAYERN Projekts „Heimische Blütenpracht – Unsere Kommune macht´s“ des Landschaftspflegeverbands Lindau-Westallgäu e.V. (LPV) für eine Neuansaat vorbereitet.

Hierfür wurde der Oberboden von einem ortsansässigen Unternehmer mit einem Bagger abgezogen. Mitte November erfolgt die Ansaat mit selbstgeerntetem Saatgut von einer nahegelegenen artenreichen Grünfläche. Das Saatgut wurde im Sommer dieses Jahrs mit einem eBeetle, einem speziellen Samenerntegerät, vom LPV geerntet. Da die Fläche recht steil ist, erfolgt die Ansaat nicht per Hand, sondern per Spritzbegrünung, bei der das Saatgut zusammen mit einem gut haftenden, biologisch abbaubaren Cellulosegemisch und einem Schnellbegrüner aufgespritzt wird. Durch ein schnelles Anwachsen des Schnellbegrüners und dem zusätzlichen Schutz durch das Cellulosegemisch wird so ein Abschwemmen des Saatguts weitestgehend verhindert. Im Oktober stellte Julia Greulich, die zuständige Projektmitarbeiterin des LPV, zusammen mit einem Bauhofmitarbeiter bereits ein Projektschild auf der Fläche auf.

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Von der Hangkante aus wurde in einer Breite von 2 Metern ein Streifen mit gebietsheimischem Saatgut angesät. Später folgt oben auf der Ebene der Streifen mithilfe der Umkehrfräse. Foto: LPV Hof

07.11.2022 Rehau: Rehau macht Insekten den Hof

Bürgermeister Michael Abraham und der Leiter des Bauhofs Mathias Winterling wollen Rehau insektenfreundlicher gestalten. Im Frühjahr beantragte der Lanschaftspflegeverein Hof (LPV) im Rahmen seines Projekts „Wir machen Insekten den HOF!“ Gelder bei der Regierung von Oberfranken für die Ansaat von Insektenlebensräumen im Landkreis Hof, um dies zu ermöglichen. Bereits in der Vergangenheit hat die Stadt deshalb zahlreiche Flächen ausgewiesen und auch selbst angesät. Das so entstandene Mosaik von Lebensräumen für heimische Insekten und Pflanzen wurde im September um eine große Fläche erweitert: Es handelt sich um eine langgezogene Böschung entlang der Bundestraße 289 unterhalb des Baugebietes „Am Schild“.

„Die große Grünfläche war für die Insekten bisher ein Trauerspiel: Viel Gras, aber wenige Blühaspekte, damit kaum Nektar“, so Mathias Winterling. Gemeinsam mit Bürgermeister und Bauhof fasste der LPV deshalb im letzten Herbst den Plan, die Böschung sowie die oberhalb angrenzende Ebene am Baugebiet für Insekten aufzuwerten.

Durch eine streifenförmige Ansaat wurde im September gebietsheimisches Saatgut artenreicher Wiesen in die Fläche eingebracht. Die Kräuter, darunter Arten wie Margerite, Storchschnabel und Johanniskraut, können sich mit der Zeit auf die ganze Fläche ausbreiten. Entlang der Böschung wurden die Grassoden mit einem Bagger auf einer Breite von zwei Metern abgeschoben, der Boden aufgeraut und angesät. Danach wurde die Fläche angewalzt, um Erosion zu verhindern und den Pflanzensamen den nötigen Bodenkontakt zu verschaffen. Außerdem ist geplant, Ende September auf der oberen Ebene einen Streifen mithilfe der Umkehrfräse des Maschinenrings aufzufräsen und einzusäen.

Zur Information der Bevölkerung wird demnächst ein Schild aufgestellt, das vom Deutschen Verband für Landschaftspflege im Rahmen der Initiative NATÜRLICH BAYERN entwickelt und zur Verfügung gestellt wurde.

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Arbeitsplatz, -gerät und -tätigkeit sind fast so vielfältig wie die Arten, die es zu bewahren gilt. Foto: LPV Altötting

28.10.2022 Bildervielfalt zeigt Maßnahmen- und Artenvielfalt

Die Initiative NATÜRLICH BAYERN zeigt in einer umfangreichen Bildergalerie die Vielfältigkeit der Arbeit der Einzelprojekte. Dargestellt werden Arbeitsgeräte und -schritte auf verschiedensten Projektflächen. Auch erste Erfolge der Bemühungen um die Artenvielfalt sind zu bestaunen.

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Ein Marienkäfer hat sich auf einem verblühten Exemplar des Kleinen Wiesenknopfs niedergelassen. Im Hintergrund blüht noch der Hornklee. Foto: LPV Hof

24.10.2022 Hof: Mähen vor dem Winter sorgt für kalte Füße – Winterquartiere für Insekten erhalten

Der Herbst hält Einzug im Hofer Land. Demnächst werden die Gärten winterfertig gemacht und noch einmal gemäht. Doch nachwievor benötigen unsere heimischen Insekten Nektar als Nahrung und Strukturen, in denen sie überwintern können. Genau der richtige Zeitpunkt, um dazu aufzurufen, nicht jeden Quadratmeter Grün komplett abzumähen, sondern Teilbereiche über den Winter stehen zu lassen. Denn in den dort erhaltenen alten Blütenköpfen oder Stängeln von Kräutern können Insekten Rückzugsorte finden.

Das Landratsamt Hof geht mit gutem Beispiel voran und erhält jährlich wechselnde Bereiche auf seinen Grünflächen. „Zum Zeitpunkt der Mahd Ende August hat der vordere Hang zum Parkplatz hin noch herrlich geblüht, insbesondere mit Johanniskraut und Kleinem Wiesenknopf“, so Isabel Kaske vom Landschaftspflegeverband Hof. Auf ihre Empfehlung hin wurde deshalb ein großer Teilbereich dieser Fläche nicht gemäht. Auch jetzt, Ende September, blühen in dieser Insel noch Pflanzen, darunter Schafgarbe, Hornklee, Rotklee und Wiesenlabkraut. „Wir können beobachten, wie sich an alten Blütenständen des Johanniskrauts Spinnen kleine Kokons schaffen und wenn man genau hinschaut, findet man kleine Bohrlöcher in alten Pflanzenstängeln. Wer weiß, welche Insekten sich darin verstecken!“, erklärt die Projektmanagerin begeistert. „Jede Besitzerin und jeder Besitzer eines Gartens sollte solche Strukturen bei sich zu Hause erhalten und so ohne großen Aufwand die Insektenvielfalt vor Ort unterstützen. Damit kann jeder einzelne seinen Beitrag dazu leisten, dass unsere Obstbäume weiterhin bestäubt werden und wir reichlich Gemüse im Beet finden.“

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Jens Franke, Geschäftsführer des LPV Unterallgäu, und Willi Weitzel beim Filmdreh. Foto: DVL

07.10.2022 Mindelheim: 20 Jahre LPV Unterallgäu

Der Landschaftspflegeverband (LPV) Unterallgäu hat Ende September sein 20jähriges Bestehen gefeiert. Im Jahr der Gründung, 2002, startete der LPV seine Tätigkeit mit 29 Gemeinden. Inzwischen sind von den 52 Landkreisgemeinden des Unterallgäus 49 Mitglieder des LPV.

Der LPV Unterallgäu beteiligte sich mit seinem Projekt „Artenreiche fürs Unterallgäu“ an der Initiative NATÜRLICH BAYERN. Im Zuge dessen entstand der dritte Film der Filmserie „„Worauf Insekten wirklich fliegen – Willi trifft Wiesenmacher und Wildbienenschützer". In der Folge lernt Willi im Unterallgäu, wie man artenreiche Wiesen neu anlegen kann.

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Die geplanten Landschaftspflegemaßnahmen im Kurpark der Obermain Therme. Foto: Dr. Carolin Lang-Groß /LPV

27.09.2022 Bad Staffelstein: Obermain Therme tut was für Insekten

Auch die Obermain Therme in Bad Staffelstein wollte einen Beitrag zur Initiative NATÜRLICH BAYERN leisten. Der Landschaftspflegeverband (LPV) Landkreis Lichtenfels plant im hinteren Teil des Kurparks mehrere Maßnahmen.

Aufgrund der diesjährigen Trockenheit konnten einige der angedachten Maßnahmen, wie zum Beispiel die Ansaat der Blühwiese durch eine Mahdgutübertragung, noch nicht umgesetzt werden. Daher wurde sich bisher auf die Änderung des Mahdregimes konzentriert, im Herbst folgt dann die Pflanzung der Zaunbegrünung. Die Projektschilder zur Information der Kurgäste und Parkspaziergänger über die erfolgten und noch geplanten Maßnahmen im Sinne der Insektenvielfalt sind bereits vor Ort.

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  • Karl-Gustav und seine Freunde bei der Landschaftspflege. Foto: Martina Ellmaier / LPV
  • Karl-Gustav und seine Freunde bei der Landschaftspflege. Foto: Martina Ellmaier / LPV
  • Karl-Gustav und seine Freunde bei der Landschaftspflege. Foto: Martina Ellmaier / LPV
  • Karl-Gustav und seine Freunde bei der Landschaftspflege. Foto: Martina Ellmaier / LPV

20.09.2022 Altötting: Meckernde Landschaftspflege

Ob Karl-Gustav mit seinem Namen einverstanden ist, ist nicht bekannt. Auf seiner Weide am Hartberg scheint er sich auf jeden Fall wohlzufühlen. Karl-Gustav ist die jüngste der 10 Ziegen, die ihre Arbeit für den LPV Altötting auf der Weide verrichten und verdankt seinen Namen einem facebook-Wettbewerb des LPVs.

Auf der Fläche, die dem LPV im letzten Jahr von einem Landwirt zur Verfügung gestellt wurde, kommt eine Mahd aufgrund der steilen Lage und dem Verlauf von Bahnschienen am Hangfuß nicht in Frage. Und da kommen Karl-Gustav und seine Freunde ins Spiel.
Das Team des LPV hat sich alle Mühe gegeben, damit es den Ziegen samt Bock in ihrer neuen Teilzeitheimat gefällt. Erst wurde ein stabiler Zaun gebaut, dann noch ein Luxusunterstand mit Dachterrasse, auf der sich die Ziegen am liebsten aufhalten. Im Frühjahr waren die Tiere bereits 2 Monate auf der Fläche, im Sommer hatte die Wiese, die auch sehr gut von den Ziegen abgeknabbert wurde, Zeit zu wachsen. Erste Karthäusernelken, die dornige Hauhechel und Flockenblumen wurden bereits wieder gesichtet. Im Herbst statten die vierbeinigen Landschaftspfleger der Wiese nochmal einen mehrwöchigen Besuch ab, die vor dem Winter nochmal „gemäht“ werden muss. Dann haben Karl-Gustav und seine Ziegenkumpels erstmal frei. Bis zum nächsten Frühjahr….

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Interessierte Teilnehmer der Bauhofschulung des LPV. Foto: Michaela Berghofer

14.09.2022 Lindau: Ökologische Grünflächenpflege statt Vielschnitt-Rasen

Der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e.V. (LPV) hat in enger Zusammenarbeit mit dem Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege Bernd Brunner die letzte von drei Bauhofschulung zu dem Thema „Ökologische Pflege von Grünflächen und geeignete Maschinen“ in diesem Jahr durchgeführt. Die anwesenden Bauhofmitarbeiter zeigten reges Interesse an der Veranstaltung. Die Schulungen sind ein Teil des NATÜRLICH BAYERN-Projekts „Heimische Blütenpracht – Unsere Kommune macht´s“, dass die ökologische Aufwertung kommunaler Grünflächen zum Ziel hat.

Ein Grund für den Artenrückgang auf Grünflächen ist eine zu häufige Mahd oder das Mulchen, bei dem das gehäckselte Schnittgut auf der Fläche verbleibt. Beim Mulchen stirbt nicht nur ein Großteil der Insekten, sondern das liegengelassene Material bildet auch eine dicke, abdeckende Schicht. So kommt kein Licht mehr an den Boden und die Nährstoffe bleiben auf der Fläche. „Heimische Kräuter brauchen aber in der Regel magere Böden und viel Licht, um keimen zu können. Das Mulchen sorgt für den Rückgang vieler Pflanzenarten.“, erklärt Julia Greulich, Projektmanagerin beim LPV, den interessierten Teilnehmern. Eine zweimalige Mahd ab Mitte Juni sei auf den meisten Flächen ideal, um die Artenvielfalt zu fördern und zu erhalten. So können die Kräuter blühen und Samen bilden. Wichtig ist, dass das gemähte Material abgetragen wird, um den Nährstoffeintrag zu vermeiden. Auch auf die Düngung von Grünflächen im kommunalen und im privaten Bereich sollte verzichtet werden.

Bei der Schulung wurden Maschinen für eine ökologische Flächenpflege vorgestellt. Mit am besten eignen sich handgeführte Balkenmäher mit einem Doppelmesser-Mähwerk, welche schon für wenig Geld erworben werden können. Sie sind insbesondere für kleinere kommunale Grünflächen eine sehr gute Alternative zum wenig insektenfreundlichen Rasenmäher. Weder Mulcher noch Kreiselmähwerk oder Mähroboter eignen sich für eine ökologische Flächenpflege. „Gerade Mähroboter sind ein großes Problem, da sie neben Insekten auch Amphibien, Reptilien oder Igel verletzen und töten können und das Schnittgut in der Regel auf der Fläche verbleibt.“, gibt Frau Greulich zu bedenken.

Auf verschiedenen Flächen im Landkreis Lindau, die Teil des Natürlich Bayern-Projekts sind und die nun ökologisch gepflegt werden, stellt der LPV in Zusammenarbeit mit den Bauhöfen Informationsschilder auf, die Passanten über die ökologische Grünflächenpflege aufklärt.

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06.09.2022 NATÜRLICH BAYERN ist Top-10-Projekt der UN-Dekade

NATÜRLICH BAYERN wird von der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen als Top-10-Projekt bewertet. Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2021 bis 2020 zur UN-Dekade zur Widerherstellung von Ökosystemen erklärt. Um die Lebensgrundlagen der Menschen zu verbessern, dem Klimawandel entgegenzuwirken und den Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten sind intakte Ökosysteme eine zentrale Voraussetzung.

Daher rufen die Vereinten Nationen dazu auf, die fortschreitende Verschlechterung und Zerstörung von Ökosystemen überall auf der Welt zu stoppen und degradierte Ökosysteme wiederherzustellen. NATÜRLICH BAYERN stellt den Schutz der heimischen Insekten in den Fokus. Die bayerischen Landschaftspflegeverbände schaffen, vermehren und verbessern in 30 Einzelprojekten in allen Regionen des Freistaats Lebensräume für Insekten. Beim UN-Dekade-Projektwettbewerb Kultur- und Agrarlandschaften gehörte das Projekt nun zu den Top 10 und damit zu den Finalisten des Wettbewerbs!

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Die NATÜRLICH BAYERN - Florfliege für insektenfreundliche Kommunen. Foto: Ina Grosser

30.08.2022 Landkreis Amberg-Sulzbach: Insektenfreundliche Kommunen ausgezeichnet

Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) hat zusammen mit dem Landschaftspflegeverband (LPV) Amberg-Sulzbach im Rahmen der Initiative NATÜRLICH BAYERN insektenfreundliche Kommunen des Landkreises Amberg-Sulzbach ausgezeichnet.

Geehrt für ihr Engagement zur Einrichtung, Pflege und Erhaltung von insektenfreundlichen Lebensräumen wurden die Gemeinde Birgland, Freudenberg und die Stadt Amberg

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