Deutscher Verband für Landschaftspflege

07.05.2021 Landschaftspflegeverbände bewahren bayerische Artenvielfalt

Der Deutsche Verband für Landschaftspflege und die bayerischen Land-schaftspflegeverbände (LPV) sorgen mit zehn neuen Einzelprojekten für mehr blütenreiche Lebensräume in Bayerns Kommunen. 2021 sind die LPV Aichach-Friedberg, Altötting, Eichstätt, Günzburg, Hof, Lindau, Lichtenfels, Mühldorf am Inn und Schwabach sowie die Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos Projektpartner des DVL.

  • Landrat Martin Neumeyer, VöF-Geschäftsführer Klaus Amann und Familie Wimmer geben den Startschuss für die Einsaat der Streuobstwiese in Pötzmes. Foto: Veronika Stiglmaier
  • Die LandwirtInnen des Projekts "Bunte Bauernwiesen - Bunte Bauernäcker": Walter Fuchs. Foto: Vöf Kelheim
  • Die LandwirtInnen des Projekts "Bunte Bauernwiesen - Bunte Bauernäcker": Herr Obermeier. Foto: Vöf Kelheim
  • Die LandwirtInnen des Projekts "Bunte Bauernwiesen - Bunte Bauernäcker": Karl-Heinz Rapp. Foto: Vöf Kelheim
  • Die LandwirtInnen des Projekts "Bunte Bauernwiesen - Bunte Bauernäcker": Lucia Gruber. Foto: Vöf Kelheim
  • Die LandwirtInnen des Projekts "Bunte Bauernwiesen - Bunte Bauernäcker": Herr Sendtner. Foto: Vöf Kelheim

27.04.2021 Kelheim: Projektabschluss mit Einsaat einer Streuobstwiese

Das Einzelprojekt "Bunte Bauernwiesen - Bunte Bauernäcker" in Kelheim steht vor dem Abschluss. Die letzte Fläche wurde zusammen mit Landrat Martin Neumeyer angesät.

Als letzte Fläche des Projektes „Bunte Bauernwiesen – Bunte Bauernäcker“ wird in Pötzmes in der Gemeinde Attenhofen ein ehemaliger Hopfengarten in einen Insektenlebensraum umgewandelt. Die zukünftige Streuobstwiese wurde bereits im Winter mit Obstbäumen bestückt und nun mit Regio-Saatgut angesät. Landrat Martin Neumeyer gab gemeinsam mit Klaus Amann und der Familie Wimmer den Startschuss zur Ansaat und bedankte sich in diesem Zug bei allen ProjektteilnehmerInnen für die engagierte Beteiligung am NATÜRLICH BAYERN Projekt.

Eine Übersicht der Projektflächen gibt es auf https://www.voef.de/projekte/landschaftspflege/natuerlich-bayern/.

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Der LPV Unterallgäu generiert das Saatgut für die insektenfreundliche Flächenaufwertung selbst. Foto: LPV Unterallgäu

20.04.2021 Unterallgäu: Nahrungsangebot für Artenreiche

Der LPV Unterallgäu schafft durch die Ausbringung von gebietseigenem Saatgut ein breites Nahrungsangebot für Insekten im Einzelprojekt "Artenreiche fürs Unterallgäu".

An vielen Stellen im Landkreis Unterallgäu enstehen während des Projektzeitraums neue Lebensraumelemente für Wildinsekten. Dabei handelt es sich um Steuobstwiesen, naturnahe Feldgehölze sowie Stauden- und Altgrassäume. Um diese Flächen aufzuwerten, generierte der LPV Unterallgäu auf geeigneten Spenderflächen das gebietseigene Saatgut. Die Artenzusammensetzung wird danach ausgerichtet, dass sich ein breites Nahrungsangebot an Pollen und Nektar herausbildet. Die Wildinsekten sind an die historisch gewachsene Pflanzenwelt angepasst. Deswegen werden nur gebietseigene Pflanzen gefördert. Pflanzen, wie Zierastern oder Cosmea, haben für heimischen Wildinsekten nichts zu bieten.

Die Einsaat des Saatgutes erfolgte an Flächen in Niederrieden, Boos, Reichau, Ottobeuren, Kettershausen, Pfaffenhausen, Mindelheim, Dirlewang, Unteregg, Türkheim und Markt Wald.

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Marlene Gruber, Mitarbeiterin des Wasserzweckverbands „Rottenburger Gruppe“ (links) und Veronika Stiglmaier, Mitarbeiterin LPV Kelheim (rechts). Foto: Martin Mayerhofer

09.04.2021 Kelheim: Wasserzweckverband engagiert sich für Insekten

Zusammen für die Insekten – der Wasserzweckverband „Rottenburger Gruppe“ ist Teil des Projekts „Bunte Bauernwiesen – bunte Bauernäcker“ des Landschaftspflegeverbands Kelheim.

Der Wasserzweckverband „Rottenburger Gruppe“ versorgt nicht nur 38.000 Einwohner mit Trinkwasser, sondern kümmert sich auch um die Lebensgrundlage von Insekten in Zusammenarbeit mit dem LPV Kelheim. Dazu wurde auf der Außenanlage des frisch sanierten Wasserwerks in Offenstetten eine artenreiche Wiese mit gebietseigenem Samenmaterial aus der Umgebung angesät.

Zukünftig werden die Mitarbeiter des Wasserzweckverbands die Fläche pflegen, indem sie diese mähen und das Mahdgut abfahren. Für Marlene Gruber, Mitarbeiterin des Wasserzweckverbands, ist klar, nicht nur der Trinkwasserschutz, sondern auch der Insektenschutz sind wichtige Zukunftsaufgaben.

Das Projekt des LPV Kelheim wird im Rahmen der Initiative NATÜRLICH BAYERN des Deutschen Verbands für Landschaftspflege durchgeführt.

 

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  • Die Mitarbeiter des Bauhofs mähen und rechen die Wegränder. Foto: J. Rossow/LPV
  • Weibchen der Dichtpunktierten Goldfurchenbiene (Halictus subauratus). Foto: E. Scheuchl
  • Vielfältige Straßenböschung mit schütteren Magerwiesen, Rohbodenstellen und vereinzelt Gehölzgruppen als Windschutz. Foto: J. Rossow/LPV
  • Vorsichtig wurden Laub und Altgras von der Böschung abgerecht. Foto: J. Rossow/LPV

26.03.2021 Dingolfing-Landau: Frühjahrsputz für Wildbienen

Optimaler Lebensraum für die Goldfurchenbienen - dank des Engagements der Bauhof-Mitarbeiter im Landkreis Dingolfing-Landau. Der LPV Dingolfing-Landau erfasste eine außergwöhnlich große Nestansammlung der Wildbienen an einer Kreisstraßenböschung.

Begleitend zu seinem Projekt "WiesenReiche" und im Rahmen der Biodiversitätsstrategie des Landkreises Dingolfing-Landau erfasste der Landschaftspflegeverband in 2020 die an einer Kreisstraßenböschung lebenden Wildbienenarten. Unter anderem wurde eine außergewöhnlich große Nestansammlung der Dichtpunktierten Goldfurchenbiene (Halictus subauratus) nachgewiesen. Es waren mehrere Hundert Nester.

Die überwinternden Weibchen dieser Bienenart werden im März aktiv und graben an ebenen bis schwach geneigten Bodenstellen ihre Brutröhren. Nur wenige Stellen der Kreisstraßenböschung bestehen aus dem für diese Bienen grabbaren sandig-lehmigen Bodensubstrat und weisen außerdem den notwendigen schütteren Pflanzenbewuchs auf. Um den Bienenweibchen an der Straßenböschung Flächen bereitzustellen, an denen sie ihre Nester graben können, haben Mitarbeiter des Kreisbauhofes Altgrasreste gemäht und auf Teilflächen die Grasfilz- und Moosschicht mit dem Rechen entfernt. Jetzt bietet diese Straßenböschung den Bienenweibchen mehr geeignete Bodenstellen um in der Frühlingssonne ungehindert ihre Brutröhren zu graben.

Ob eine Fläche als Wildbienen-Lebensraum attraktiv ist, wird häufig nur am Kriterium Blütenreichtum beurteilt. Ein großes Blütenangebot ist für Wildbienen zwar sehr wichtig, jedoch ist auch seine Zusammensetzung ausschlaggebend. Viele Bienenarten benötigen die Blüten spezieller Pflanzenarten. Für den optimalen Lebensraum müssen außerdem geeignete Nistmöglichkeiten und Paarungsplätze sowie ein passendes Mikroklima vorhanden sein. Für die Kreisstraßenböschung im Landkreis Dingolfing-Landau trifft dies jetzt – Dank des Engagements der Bauhof-Mitarbeiter – für die Goldfurchenbiene zu. Der Frühling kann kommen!

 

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Bauhofchef Thomas Schreiner (links) und Eggenfeldens Bürgermeister Martin Biber (Mitte) mit Jessica Strasser (rechts) vom Landschaftspflegeverband. Foto: pnp/hl

19.03.2021 Rottal-Inn: Bunte Vielfalt für Insekten

Bereits seit 2019 läuft im Landkreis Rottal-Inn das Projekt "Zwickelbleame – weil’s jeder kann" des Landschaftspflegeverbandes (LPV). Dabei enstehen insektenfreundliche Lebensräume auf landwirtschaftlichen und kommunalen Grünflächen. Auch die Stadt Eggenfelden und die Gemeinde Mitterskirchen nehmen an dem Projekt teil.

Der LPV Rottal-Inn schafft mit Kommunen und Landwirten Insektenparadiese im ganzen Landkreis. An der Lauterbachstraße in Eggenfelden, gegenüber vom Städtischen Bauhof, wurde eine entsprechende Fläche der Stadt so gestaltet, dass hier künftig heimische Pflanzen der Region wachsen. Diese werden ihrerseits Heimat für eine Vielfalt von Insekten sein. Bauhofleiter Thomas Schreiner macht klar, dass die ökologische Pflege kommunaler Flächen wichtig ist: "Wir machen das schon seit Jahren sehr oft und gern und wir haben damit sehr gute Erfahrungen."

Auch die Gemeinde Mitterskirchen ist dabei und verwandelt Flächen in einen idealen Lebensraum für Insekten. Auf den kommunalen Flächen wachsen bereits einige für den Landkreis typische Arten. Zur Unterstützung werden an offenen Stellen gezielt heimische Wildblumensamen ausgesät. Das Saatgut wird dafür aus artenreichen Wiesen im Landkreis Rottal-Inn gewonnen. Dies soll zur Erhaltung und auch zur Erweiterung der heimischen Blüten- und Insekten-Vielfalt beitragen.

 

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Foto: Herbert Kirsch, LPV Main-Spessart

12.03.2021 Main-Spessart: Frammersbach erblüht am Rande

Um Insekten mehr Lebensräume zu bieten, nimmt die Marktgemeinde Frammersbach am Projekt "Das Ziel ist am Weg –insektenreiche Wegränder" des LPV Main-Spessart teil. Im Mittelpunkt stehen insektenfreundliche Pfegemaßnahmen für Randstreifen.

"Wegränder gelten als ökologisches Verbundsystem, weil sie Flächen miteinander vernetzen", erläutert Saskia Becker vom Landschaftspflegeverband Main-Spessart. In dem Projekt "Das Ziel ist am Weg" liegt der Fokus auf der insektenfreundlichen Gestaltung und Pflege von Wegrändern. Dabei berät und schult der Landschaftspflegeverband die Kommunen mit ihren Bauhöfen zu den Pflegemaßnahmen.

Für den Bauhof der Marktgemeinde Frammersbach bedeutet die Teilnahme, bestimmte Regeln bei den Mähintervallen einzuhalten. Gepflegt werden die Randstreifen ohnehin bereits von den Mitarbeitern der Gemeinde. "Der Vorteil", so Saskia Becker, "ist, dass auf ihnen kein Nutzungsdruck lastet". Beginnen wird Frammersbach mit dem Projekt entlang des Radweges nach Hessen und Richtung Partenstein. Das Projekt des LPV Main-Spessart im Rahmen der Initiative NATÜRLICH BAYERN wird in Frammersbach bis März 2022 laufen.

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05.03.2021 Dillingen: Futterpflanzen für Insekten

"INSEKTENREICH.DILLINGEN" - dieses erschafft der Landschaftspflegeverband Donautal-Aktiv mit ausgewählten Kommunen im Landkreis Dillingen. Gemeinsam arbeiten sie an Konzepten für eine nachhaltige Pflege öffentlicher Flächen zum Wohle der Insekten.

Durch die Umsetzung des Projekts „INSEKTENREICH.DILLINGEN“ können im Landkreis Dillingen wieder mehr Insekten Nahrung und Lebensraum finden. Dazu sind vor allem vielfältige Lebensräume mit gebietsheimischen Futterpflanzen nötig. Die Arbeit endet nicht beim Anlegen oder Ansäen neuer Blühflächen, es gilt auch Bestehendes langfristig schonend zu pflegen und zu entwickeln.

Gemeinsam mit den Bauhöfen ausgewählter Kommunen werden Pflegekonzepte für öffentliche Flächen im Außenbereich erstellt und nach geeigneten Verfahren und Technik zur Pflege gesucht. Unter dem Motto „Mahd statt Mulchen“ soll gemeinsam nach Alternativen zur schonenden Pflege gemeindlicher Flächen wie z.B. Gewässerrandstreifen oder Raine gesucht werden. Bei der zukünftigen Pflege der kommunalen Flächen soll mehr auf die Insekten geachtet werden. Dazu berät der Landschaftspflegeverband die Bauhof-Mitarbeiter, wann und wie bestimmte Flächen gemäht werden müssen, um die Insekten zu schützen. Die Konzepte zur nachhaltigen Pflege sollen auch nach Projektende im Jahr 2022 Bestand haben.

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Der "Seedprofi 2.0." erntet einen Magerhang. Foto: LPV Ebersberg

26.02.2021 Ebersberg: Bunt wird's lebendiger

Artenreiche Flächen übertragen - dazu wird im Landkreis Ebersberg das Erntegerät "Seedprofi 2.0" genutzt. Der LPV Ebersberg schafft im Rahmen des Einzelprojektes "Bunt wird's lebendiger - VG Aßling kann Artenvielfalt" mehr insektenfreundliche Lebensräume an Rändern der kommunalen Straßen, Wege und Gewässer.

Diese Lebensräume entstehen in der Verwaltungsgemeinschaft Aßling. Dabei unterstützt der Landschaftspflegeverband Ebersberg die Gemeinden und entwickelt eine insektenoptimierte Bewirtschaftung, um ein kilometerlanges, blühendes Band zu schaffen. Für die Aufwertung der kommunalen Flächen werden Samen von artenreichen Spenderflächen geerntet.

Um das regionale Saatgut schonend zu gewinnen, hat der LPV Ebersberg ein besonderes Erntegerät. Den "Seedprofi 2.0" - ein motorangetriebener Wiesensamensammler. Hierbei werden Samen von teils seltenen Wiesenpflanzen und Kräutern mithilfe einer rotierenden Bürste in einen Sammelbehälter befördert. Das gewonnene Saatgut wird auf artenarmen Empfängerflächen angesät, um diese in Insektenparadiese zu verwandeln.

Bis zum Projektende im Jahr 2022 hat der LPV Ebersberg das Ziel, einen Biotopverbund für Insekten zu erschaffen.

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  • Ein Infoschild ziert die angesäte Fläche in Kahl. Foto: LPV Aschaffenburg
  • Auch in Glattbach hat der LPV eine Fläche angesät. Foto: LPV Aschaffenburg

19.02.2021 Aschaffenburg: Kahle(r) Flächen bald Insektenparadiese

Noch sehen die angesäten Flächen im Landkreis Aschaffenburg kahl aus. Um Bürgerinnen und Bürger den temporären Anblick zu erklären, wurden an gut einsichtigen Flächen Informationsschilder angebracht. So kennzeichnet auch in Kahl ein Schild die Projektfläche von "Wir lassen (Streuobst-) Wiesen wieder aufblühen" des LPV Aschaffenburg.

Nach der erfolgreichen Ernte mit der elektrischen Samenerntemaschine auf heimischen, artenreichen Spenderflächen im Sommer 2020 konnten im Herbst die ersten Ansaaten mit gebietseigenem Saatgut beginnen. In den Gemeinden Alzenau, Glattbach, Kahl, Karlstein und Wiesen wurden zuvor freigestellten Flächen angesät, mit dem Ziel, artenreiche Streuobstwiesen nachhaltig wiederherzustellen. Neben Streuobstwiesen konnten aber auch vereinzelt Sandmagerrasen, wie z.B. im Naturschutzgebiet Alzenauer Sande, angesät werden.

Im Frühjahr werden sich diese Flächen in insektenfreundliche Lebensräume verwandeln. Der LPV Aschaffenburg hat damit die Grundstruktur für ein nachhaltiges Spender- und Empfängernetz für gebietseigenes, autochtones Saatgut geschaffen.

 

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Auf dem Achtelberg (von links): Bürgermeister Thorsten Schwab, Projektmanagerin Saskia Becker und die Bauhof-Mitarbeiter Toni Weis und Volker Albert. Foto: Heinz Scheid

12.02.2021 Main-Spessart: Den Wildwuchs walten lassen

Im Rahmen des Einzelprojekts "Das Ziel ist am Weg – insektenreiche Wegränder" begeisterte Saskia Becker vom Landschaftspflegeverband Main-Spessart in Hafenlohr den Bürgermeister und die Bauhofmitarbeiter für die insektenfreundlichen Maßnahmen.

Das neue Projekt soll den Insektenschutz-Bemühungen in Hafenlohr weiter Auftrieb geben. "Wir hatten ohnehin schon Blühflächen stehen gelassen", erklärt Bürgermeister Thorsten Schwab, wie die Gemeinde hier unterwegs ist. Schon geringe Veränderungen bei der Pflege und Bewirtschaftung können Flächen als Lebensräume aufwerten. Diese setzten die Bauhofmitarbeiter Toni Weis und Volker Albert vom Bauhof der Gemeinde um. Hinweise dazu gibt Saskia Becker. Man wolle das natürliche Potenzial von Flächen nutzen und dafür seien Wegränder, Säume oder Gräben geeignet.

Ein Beispiel dafür ist im Ortsteil Windheim zu sehen. Dort wurde ein Graben nur teilweise gemäht. Im anderen Abschnitt stehen Stauden, Schilf und Gras. Gut für die Insektenwelt mit einem weiteren positiven Effekt. Denn im Sommer zeigte sich, dass der Graben an einigen Stellen trotz Trockenheit feucht blieb. Somit kann Bewuchs auch etwas für den Wasserhaushalt in der Landschaft bringen. Für Saskia Becker ist wichtig, mehr Vielfalt in der Feldflur zu erreichen. Etwa durch das abschnittsweise und zeitlich versetzte Mähen, "damit wir übers Jahr hinweg unterschiedliche Wachstumsstadien haben". Das ergebe "ein Mosaik von gemähten und nicht gemähten Flächen in der Flur".

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Foto: LPV Donau-Ries

05.02.2021 Donau-Ries: Mehr Artenvielfalt auf kommunalen Flächen in Tagmersheim

Zusammen mit Bürgermeisterin Petra Riedelsheimer, den Bauhofmitarbeitern und dem Landschaftspflegeverband Donau-Ries wurden in der Gemeinde Tagmersheim kommunale Flächen ausgewählt, die zu artenreichen Lebensräumen für Insekten aufgewertet werden sollen.

Immer mehr Städte und Gemeinden engagieren sich für blühende Grünflächen. So auch die Gemeinde Tagmersheim um Bürgermeisterin Petra Riedelsheimer, die vom Projekt „DONAURIESig säen“ erfuhr und sich an den Landschaftspflegeverband Donau-Ries wandte. „Allein durch die richtige Pflege öffentlicher Grünflächen können durch einfache und kostengünstige Maßnahmen insektenfreundliche und blühende Lebensräume geschaffen werden“ erläutert Michaela Dinkelmeier vom Landschaftspflegeverband Donau-Ries.

Zusammen mit den Bauhofmitarbeitern wurden daraufhin öffentliche Grünflächen ausgewählt, die zukünftig insektenfreundlicher gepflegt werden. Damit die vorhandenen Blumen und Kräuter überhaupt zur Blüte gelangen können, sollen diese Flächen zukünftig nur noch zweimal im Jahr gemäht und das Schnittgut abgefahren werden. Außerdem sollen beim Mähen kleine Bereiche ausgespart werden, so dass Insekten das ganze Jahr über Nahrung und Überwinterungsquartiere finden. Um Verständnis für die geplanten Maßnahmen werben die eigens dafür angefertigten Infotafeln, die vom Landschaftspflegeverband bereitgestellt und an derartigen Flächen angebracht werden. Denn auch wenn nur teilweise gemähte Wiesen für den ein oder anderen unordentlich aussehen mögen, sind sie für viele Tiere und Pflanzen wichtiger Lebensraum.

In der Nähe des Kindergartens soll des Weiteren eine etwa 500 m² große Blumenwiese aus gebietseigenen Blumen, Kräutern und Gräsern angesät werden. Petra Riedelsheimer freut sich: „Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen leistet die Gemeinde Tagmersheim einen wichtigen Beitrag für die Artenvielfalt. Davon profitieren nicht nur Insekten, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde.“

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  • Auch im Winter aktiv: Tatzenkäfer verdanken ihren Namen ihren breiten Fußgliedern (hier Timarcha tenebricosa). Foto J. Späth/LPV
  • Die Käferlarven sind im Frühjahr und Frühsommer an Labkraut zu entdecken. Foto J. Späth/LPV
  • Naturschonende Mahd mit dem Handbalkenmäher. (mit Johannes Wolf vom Kreisbauhof Dingolfing-Landau) Foto J. Rossow/LPV

29.01.2021 Dingolfing-Landau: Lebensraumpflege für Tatzenkäfer

Während jetzt die meisten Insektenarten in Winterstarre ruhen, sind Tatzenkäfer auch bei wenigen Plusgraden aktiv. Am ehesten sieht man die schwarzblauen Käfer, wenn sie Wege auf der Suche nach neuem Lebensraum überqueren. Aber auch ihre großen Larven fallen auf, wenn sie im Sommer an Labkrautstängeln fressen. Zwei Tatzenkäfer-Arten leben im Landkreis Dingolfing-Landau und beide sind aufgrund ihrer Seltenheit in der Bayerischen Roten Liste aufgeführt (RL 2 und V).

Der Landschaftspflegeverband Dingolfing-Landau kümmert sich mit seinem Projekt WiesenReiche auch um Lebensräume der Tatzenkäfer. Dies ist extensiv genutztes Grünland, auf dem ihre Futterpflanze Labkraut wächst. Doch auch an Straßenböschungen entdeckte der Landschaftspflegeverband diese Käferart. Deshalb ist es sehr erfreulich, dass der Kreisbauhof des Landkreises Dingolfing-Landau sich bereit erklärt, ausgewählte Straßenböschungen nicht mehr zu mulchen, sondern mit Messerbalken zu mähen und das Mähgut abzufahren. Diese naturschonendere Böschungspflege hilft den Tatzenkäfern und vielen weiteren Insekten- und Pflanzenarten.

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Blütenreiche Wiese in der Nähe des Friedhofs bei Zimmern. Foto: Williger, Leiter Grünkolonne

22.01.2021 Main-Spessart: Marktheidenfeld engagiert sich für Insekten

Die Stadt Marktheidenfeld und der Landschaftspflegeverband Main-Spessart fördern gemeinsam mit dem Projekt NATÜRLICH BAYERN „Das Ziel ist am Weg – insektenreiche Wegränder“ die Insektenvielfalt im Stadtgebiet. Dafür haben die Mitarbeiter des Bauhofes bereits an einigen Stellen im Stadtgebiet ihr Pflegekonzept angepasst.

Die heimischen Insekten zu schützen, ist den Mitarbeitern des städtischen Bauhofes ein wichtiges Anliegen. „Wir haben im vergangenen Sommer bereits an einigen Stellen im Stadtgebiet nur das Bankett direkt neben den Wegen gemäht und Bereiche abseits der Wege bewusst hochwachsen lassen. Damit wollen wir den Insekten mehr Nahrungs- und Rückzugsraum geben“, erklärt der Leiter der Grünkolonne, Tobias Willinger. Das Projekt "Das Ziel ist am Weg - insektenreiche Wegränder" im Rahmen von NATÜRLICH BAYERN wird vom Landschaftspflegeverband in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden und ihren Bauhofmitarbeitern umgesetzt. Die Mitarbeiter werden bei ihrer bestehenden Pflege beraten, denn schon einfache Änderungen wie den Mähzeitpunkt zu verschieben, haben eine große Wirkung auf die Insektenvielfalt.

Den Städten und Gemeinden ist es wichtig, ihre Bürgerinnen und Bürger über ihre Verantwortung für Insekten zu informieren. Hierzu hat der Landschaftspflegeverband für 2021 unter anderem Veranstaltungen geplant, bei denen die Bedeutung der verschiedenen Lebensräume erklärt werden.Die Stadt Marktheidenfeld sieht mit diesem Projekt eine wichtige Chance, den Insektenschutz auf großer Fläche voranzutreiben. „Als eine der größeren Städte des Landkreises gehört es zu unseren Pflichten sich mit dem Naturschutz auseinanderzusetzen. Die fachgerechte Pflege der kommunalen Flächen im Stadtgebiet, kann mit Bezug auf den Insektenschutz großes Potenzial in der Stadtgestaltung bieten“, erläutert der Leiter des Bau- und Umweltamtes, Wilhelm Trabel.

In den nächsten zwei Jahren wird der Landschaftspflegeverband zusammen mit den Mitarbeitern des Bauhofs an einer insektenfreundlichen Pflege der Straßen- und Wegränder arbeiten, damit sich die Insekten in Marktheidenfeld auch in Zukunft heimisch fühlen.

 

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15.01.2021 Hochwertige Lebensräume statt Blühflächen - In wenigen Schritten zu wirksamem Insektenschutz

In den Medien werden Blühflächen und Blühstreifen als schöne, schnelle und einfache Lösung gegen das Insektensterben gepriesen. In der Landwirtschaft werden sie im Rahmen der EU-Förderprogramme, vor allem in der 2. Säule, gefördert. Neben den landwirtschaftlichen Flächen sind aber auch in Gärten und Kommunen zuletzt viele Blühflächen entstanden. Vielfach durch nichtheimische Kultur- und Zierpflanzen, aber auch durch heimische Arten nicht gebietseigener Herkünfte geprägt, sind die Effekte für die Biodiversität oft gering, bezüglich des Erhalts der genetischen Vielfalt manchmal sogar eher schädlich.

Der Artikel "Hochwertige Lebensräume statt Blühflächen" von Dr. Martin Sommer und Dr. Andreas Zehm zeigt auf Basis bisher vorliegender Untersuchungen in acht Schritten, wie Insekten durch fachgerechte Blühflächen und naturnahe Blumenwiesen und Säume wirklich geholfen werden kann. Optimierte Landschaftspflege, Selbstbegrünung und Übertragungsverfahren sind vor jedem Einsatz von gekauftem Saatgut zu prüfen. Gebietseigenes Saatgut für mehrjährige oder dauerhafte Standflächen sowie regelmäßiges Mähen mit Mahdgutabfuhr und dem Ziel, damit dauerhaft artenreiche Wiesen entstehen zu lassen, sind wesentliche Erfolgsgaranten für einen wirkungsvollen Insektenschutz und eine effektive Erhöhung der Biodiversität.

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  • Nicolas Liebig, Geschäftsführer des LPV Stadt Augsburg freut sich mit Reiner Erben, dem Umweltreferenten und Vorsitzenden des LPVA über die Auszeichnung.

09.12.2020 Augsburg: Projekt InsektenVielfaltAugsburg ist „Offizielles Leitprojekt des KUMAS UMWELTNETZWERKS 2020“!

Der Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg verbessert mit der Anlage von Blühwiesen mit autochthonen Samen in seinem NATÜRLICH BAYERN-Projekt die Lebensbedingungen der Fluginsekten und zeigt mit einer breiten Allianz von aktiven Partnern aus Unternehmen, kommunalen Einrichtungen, Siedlergemeinschaften und Sportvereinen, wie ökologische, ökonomische und soziale Aspekte vereint werden können. Dafür wurde das Projekt ausgezeichnet.

Das KUMAS UMWELTNETZWERK ist ein Zusammenschluss aus Firmen, Kommunen, Kammern, Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen in Bayern, welches über hohe Umweltkompetenz verfügt. Sie fördern Umweltkompetenz, innovative Umwelttechnik und aktiven Umweltschutz in Bayern.

Dieses Jahr wurden 4 Leitprojekte ausgewählt, die in besonderen Maß Umweltkompetenz ausstrahlen. Neben dem Projekt des LPV Stadt Augsburg, zeichnete die KUMAS auch das LEADER-Projekt "100 Auen - 100 Arten" des LPV Unterallgäu aus, in dem bunte Wiesenstreifen entlang von Gewässern angelegt werden.

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  • Das Beilfleck-Widderchen bei der Paarung. Foto: J. Späth
  • Die verbrachte Hangwiese soll bald wieder neu erblühen. Foto: J. Rossow

03.12.2020 Dingolfing-Landau: Neuer Lebensraum für das Beilfleck-Widderchen

Das gefährdete Beilfleck-Rotwidderchen (Zygaena loti) bekommt bald neuen Lebensraum. Der Markt Reisbach lässt eine verbrachte Hangwiese vom Landschaftspflegeverband Dingolfing-Landau aufwerten. Der LPV wird die Wiese ausgehagern, indem er das Mähgut abtransportieren lässt. So können sich die Futterpflanzen der Raupen wie Hufeisenklee, Bunte Kronwicke und Hornklee wieder vermehren und bald auch wieder mehr Widderchen fliegen.

30.11.2020 Mehr Artenschutz an Bayerns Straßen

Als Ergebnis des erfolgreichen Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ trägt der Freistaat Bayern mit einem Aktionsprogramm für die ökologische Pflege von Straßenbegleitflächen zum Erhalt der Insektenvielfalt bei. Das bayerische Bauministerium hat hierzu zusammen mit dem Umweltministerium eine Handreichung für die staatlichen Bauämter herausgegeben, un die darin enthaltenen Vorgaben möglichst flächendeckend in Bayern umzusetzen.

Seit Herbst dieses Jahres sind daher nun alle staatlichen Bauämter aufgefordert, die Straßenbegleitflächen der Bundes- und Staatsstraßen ökologisch zu pflegen und nach Möglichkeit dadurch aufzuwerten. Die Straßenränder können aufgrund ihrer Gesamtfläche und vor allem Länge und ihrer damit verbundenen Biotopverbundfunktion einen enormen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und speziell der Insekten beitragen. Immerhin entspricht die Fläche entlang der Autobahnen, Bundes- und Staatsstraßen einer Größe von etwa 55.000 Fußballfeldern, also etwa 30.000 ha. Mit einer ökologischen Aufwertung dieser Flächen kann der Biotopverbund und die Lebensgrundlagen nicht nur für die Insekten, sondern auch für viele andere heimischen Tiere und Pflanzen verbessert werden.

Die Landschaftspflegeverbände beraten Kommunen hinsichtlich der Aufwertung und Pflegeoptimierung kommunaler Flächen, darunter auch Straßenränder und Feldwege. Der DVL und die Landschaftspflegeverbände empfehlen die Handreichung des Bauministeriums allen Kommunen zur Umsetzung und sehen sie als ausgezeichnete und klar verständliche Handlungsanleitung für die Straßenrandpflege, die 1:1 auf Kreis- und Gemeindeverbindungsstraßen sowie auf Feldwege anwendbar ist.

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  • Freuen sich über die Zusammenarbeit: Bürgermeister und Bauhofmitarbeiter der Gemeinde Reisbach und der Landschaftspflegeverband Dingolfing-Landau. Foto: M. Bergbauer
  • Die Streuobstwiese wird zukünftig vom Landschaftspflegeverband Dingolfing-Landau gepflegt. Foto: J. Rossow/LPV

26.11.2020 Dingolfing-Landau: LPV wertet 3,2 ha für Markt Reisbach auf

Die Gemeinde übergab dem Landschaftspflegeverband Dingolfing-Landau sieben Flächen für die ökologische Pflege und Neuansaat. Darunter sind Streuobstwiesen, Straßenböschungen und Ausgleichsflächen, viele artenarm und mit Entwicklungspotenzial. Die Flächen sollen zukünftig statt gemulcht nur noch einmal im Jahr gemäht werden. Die Pflegemaßnahmen können Landwirte aus der Region übernehmen. Für die Neuansaat verwendete der Landschaftspflegeverband gebietseigenes Samenmaterial aus der direkten Umgebung. Ein Gewinn für alle!

24.11.2020 Pestizidfreie Kommune: Beispiel Stegaurach im Landkreis Bamberg

Jede Kommune hat die Möglichkeit, in den Pachtverträgen der kommunalen Flächen eine ökologische Bewirtschaftung zu vereinbaren. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hat daher die Initiative "Pestizidfreie Kommune" gestartet, der bereits über 550 Kommunen in Deutschland angehören. So wie die Gemeinde Stegaurach, die in einem Beitrag des Bayerischen Rundfunks vorgestellt wird.

Die Gemeinde Stegaurach im Landkreis Bamberg hat beschlossen, auslaufende Pachtverträge über die Nutzung von gemeindeeigenen Wiesen und Äckern nur noch mit Auflagen zu verlängern. Dazu gehört der Verzicht auf Pestizide, sowie das Belassen von Brachflächen und die Entwicklung von Biotopen wie Grabenvegetation. Ein kurzer Film stellt die Initiative der Gemeinde vor.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland bietet weitergehende Informationen zu diesem Thema, sowie eine Beschlussvorlage für Gemeinderäte.

Die Gemeinde Stegaurach ist auch im Projekt "Natürlich Bayern" für den Insektenschutz aktiv. Der Landschaftspflegeverband Landkreis Bamberg berät die Gemeinde, legt blütenreiche Flächen an und verbessert die Pflege der gemeindeeigenen Wiesen.

 

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  • Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofes mit Bürgermeister Gerd Schneider, 3. Bürgermeisterin Ina Greß, Bauamtsleiter Stephan Walz, Bauhofleiter Klemens Elb und Christine Hilker Landschaftspflegeverband Landkreis Bamberg. Foto: besc
  • Hier entsteht neuer Lebensraum für Insekten und Kleintiere. Foto: besc
  • Bald bereichern mehr blütenreiche Wiesen die Gemeinde. Foto: LPV Bamberg
  • Hier wird es im nächsten Jahr blühen: entlang des Radwegs in Memmelsdorf. Foto: LPV Lkr Bamberg

19.11.2020 Bamberg: Gemeinde Memmelsdorf schafft Paradies für Insekten und Kleintiere

Mehr Blütenvielfalt, Strukturreichtum und naturbelassene Flächen hat der Landschaftspflegeverband Landkreis Bamberg in der Gemeinde Memmelsdorf bereits im ersten Jahr nach Projektstart angelegt.

Mit Anleitung des Landschaftspflegeverbands schaffte das Team des Memmelsdorfer Bauhofs um Bauhofleiter Klemens Elb und Bauamtsleiter Stephan Walz innerhalb kurzer Zeit ein Wohlfühlparadies für Schmetterlinge, Heuschrecken und Co: Sie pflanzten Obstbäume, säten eine Wiesenblumenfläche an, die im nächsten Jahr für eine reich gedeckte Blüten-Tafel sorgt. Sie platzierten Totholz, sowie Sand- und Steinhaufen für Brut- und Überwinterungsquartiere. Und an die Menschen wurde auch gedacht: Eine aus einem Baumstamm gesägte Bank lädt zum Verweilen und Beobachten ein. Ab Frühjahr wird eine Informationstafel Spaziergänger auf diesen besonderen Lebensraum aufmerksam machen.

Memmelsdorfs Bürgermeister Gerd Schneider ist von Grund auf begeistert: „Wir gehen als Kommunen mit gutem Vorbild voran, indem wir ganz einfach einen Teil unserer Gemeindeflächen „naturnah“ umgestalten. Ich freue mich über diese Initiative und die Projektideen des Landschaftspflegeverbandes und bin ganz besonders stolz auf unsere Leute vom Bauhof, die etwas Besonderes für unsere Natur und die Umwelt, in der wir leben, geschaffen haben.“

In Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister, seiner Stellvertreterin, dem Bauhofleiter, sowie dem Bauamt und der Kreisfachberaterin für Gartenbau wurden weitere Flächen ausgewählt, die der Landschaftspflegeverband aufwertete.

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  • Foto: W. Willner
  • Foto: W. Willner
  • Foto: W. Willner

12.11.2020 Kelheim: Ansaat von Ackerwildkräutern

Der Landschaftspflegeverband Kelheim säte zusammen mit einem Landwirt seltene Ackerwildkräuter wie Österreichische Hundskamille und Acker-Haftdolde an. Die Samen wurden bereits im vorigen Jahr von Hand durch den LPV geerntet. Der Acker wird nach den Kriterien des Vertragsnaturschutzes ohne Düngemittel und chemische Pflanzenschutzmittel sowie einer langen Stoppelbrache im Herbst bewirtschaftet, um für die Ackerwildkräuter optimale Bedingungen zu bieten.

03.11.2020 Licht aus? – Wie Kommunen mit der Eindämmung von Lichtverschmutzung zum Insektenschutz beitragen können

Das Bayerische Umweltministerium hat zur Konkretisierung des neuen Art. 11a des Bayerischen Naturschutzgesetzes zu Beleuchtungsanlagen einen Leitfaden mit Handlungsempfehlungen für Kommunen herausgegeben.

Vor dem Hintergrund, dass 60% der Insekten dämmerungs- oder nachtaktiv sind und von Kunstlicht angezogen werden, liegt es auf der Hand, dass die Beleuchtung im Siedlungsbereich zum Insektensterben beiträgt. Denn Insekten werden durch Kunstlicht in ihrem Verhalten und in ihrer Orientierung gestört. Das schränkt ihre Fortpflanzung und ihre Bestäubungsleistung ein – mit negativen Folgen für das Ökosystem. Mit der Eindämmung und Steuerung der künstlichen Beleuchtung können Kommunen einen wichtigen Beitrag zum Insektenschutz leisten.

Im Projekt „Natürlich Bayern“ schaffen die Landschaftspflegeverbände hochwertige Lebensräume in Kommunen, um die Insektenvielfalt zu erhalten. Maßnahmen zur Reduzierung der Lichtemissionen, wie sie der Leitfaden empfiehlt, sind ein wertvoller Beitrag der Kommunen zum Insektenschutz.

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  • Der LPV Kelheim mit seinem Infostand auf dem Mainburger Bauernmarkt. Foto: LPV Kelheim
  • Die Samenerntemaschine weckte Neugier bei den Besucher*innen. Foto: LPV Kelheim
  • Das Blumen-Samen-Memory, bei dem die Samen den richtigen Pflanzen zugeordnet werden durften. Foto: LPV Kelheim

27.10.2020 Kelheim: LPV stellt Samenerntemaschine auf Bauernmarkt vor

Der regionale Bauernmarkt in Mainburg findet jedes Jahr im Herbst statt und bietet lokalen Erzeugern aus der Hallertau die Möglichkeit ihre Waren und ihre Arbeit vorzustellen. Der Landschaftspflegeverband Kelheim präsentierte den landwirtschaftlich interessierten Besucher*innen ihre Samenerntemaschine und informierten über das NATÜRLICH BAYERN-Projekt.

Für den Landschaftspflegeverband Kelheim bot der Bauernmarkt eine gute Plattform um den Besuchern die Maßnahmen zu präsentieren, die im Zuge des NATÜRLICH BAYERN Projektes zusammen mit den Landbewirtschaftenden im Landkreis Kelheim für den Insektenschutz durchgeführt werden. Da die Verwendung von artenreichem Saat- bzw. Mahdgut ein wesentlicher Aspekt des Projektes darstellt, wurde die Verwendung eines Samenerntegeräts zum Hauptthema des Standes.Der eBeetle® lockte viele Besucher*innen an den Stand. Der LPV warb damit bei Landwirt*innen für die Teilnahme am Projekt „Bunte Bauernwiesen – Bunte Bauernäcker“.

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Die Kinder der Grund- und Mittelschule in Oettingen legten ihre eigene Blumenwiese an. Foto: F. Buckel

26.10.2020 Donau-Ries: In Stadt Oettingen wird angesät

Der Landschaftspflegeverband Donau-Ries wertete zwei Flächen in der Stadt Oettingen auf. Eine davon auf dem Schulgelände der Grund- und Mittelschule mit Kindern, Schulleiterin und Bürgermeister.

Gemeinsam mit der Stadt wurde im vergangenen Jahr eine Auswahl an städtischen Flächen getroffen, die durch eine Ansaat oder durch die Umstellung der Pflege ökologisch aufgewertet werden können. Derartige Grünflächen sollen zukünftig nur noch zweimal im Jahr gemäht werden. Außerdem sollen ungemähte Teilbereiche belassen werden, so dass Insekten das ganze Jahr über Rückzugsräume finden.

Auf dem Schulgelände der Grund- und Mittelschule wurde eine etwa 200 m² große Fläche ausgewählt, auf der eine Blumenwiese aus ausschließlich heimischen und gebietseigenen Blumen, Kräutern und Gräsern entstehen soll. Die Ansaat der Fläche wurde von den Kindern der Kombiklasse 1/2 im Zuge einer zweistündigen Umweltbildungsaktion durchgeführt. Unter Anleitung des Landschaftspflegeverbands und Umweltpädagogin Gertrud Bittl – Dinger lernten die Kinder typische Pflanzen und Insekten heimischer Wiesen kennen und was es heißt, den Boden für eine Ansaat vorzubereiten.

Bürgermeister Thomas Heydecker freut sich darüber „Das Verständnis für die Natur und unsere Umwelt ist wichtig. Wir möchten mit gutem Beispiel voran gehen und bereits die Kleinsten unter uns so früh wie möglich für dieses Thema sensibilisieren.“

Neben der Fläche auf dem Schulhofgelände wurde auch der Grünstreifen zwischen dem neuen Bebauungsgebiet und dem Radweg entlang der Staatstraße Richtung Ehingen mit Regiosaatgut aufgewertet. Für die Aufwertung des Regenrückhaltebeckens am Augraben wurden Samen verwendet, die vorab von heimischen artenreichen Wiesen um Oettingen mit der speziellen Bürstenmaschine eBeetle® gewonnen wurden. Insgesamt wurden in Oettingen bereits 0,9 ha neue Wiesen angelegt und auf 1,6 hat die Pflege extensiviert.

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  • Auf diesem Boden erblüht im nächsten Jahr eine bunte Wiese. Foto: LPV Rottal-Inn
  • Rund um das Altenheim wird es jetzt bunter. Foto: LPV Rottal-Inn

20.10.2020 Rottal-Inn: Gemeinde Postmünster wird bunter

Landschaftspflegeverband Rottal-Inn legt blütenreiche Wiesen in der Gemeinde Postmünster an. Ein Altenheim stellt zusätzliche Flächen zur Verfügung und wird von der Gemeinde unterstützt. Ein tolles Beispiel für kommunales und privates Engagement!

Die Gemeinde Postmünster ließ zwei Gemeindeflächen von insgesamt ca. 400m² vom Landschaftspflegeverband mit Regiosaatgut ansäen. Der Bauhof übernahm die bodenvorbereitenden Maßnahmen und wird nicht nur die Ansaatfläche, sondern auch die umliegenden Wiesen zukünftig extensiver pflegen.

Darüber hinaus trat der Hausmeister eines Altenheims an den Landschaftspflegeverband wegen der Aufwertung von Flächen von ca. 350m² auf dem Heimgelände an. Der Landschaftspflegeverband organisierte in Abstimmung mit der Gemeinde Postmünster den Bauhof für die Bodenvorbereitung und säte die Fläche eigenhändig an. Auch hier vereinbarte der Landschaftspflegeverband mit dem Hausmeister die Grünflächen nur noch zweimal im Jahr zu mähen.

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Foto: LPV Straubing-Bogen

16.10.2020 Straubing-Bogen: Gemeinde Mitterfels wird aktiv

Der Landschaftspflegeverband Straubing-Bogen legte für die Gemeinde einen blütenreichen Streifen mit gebietseigenem Samenmaterial entlang des Radwegs an. Doch das ist erst der Anfang.

Insgesamt 500 m² Fläche wird im nächsten Jahr zwischen der Staatsstraße und dem Radweg mit gebietseigener Pflanzenvielfalt aufblühen und so vielen Insektenarten als Lebensraum dienen. Darüber hinaus wird der Landschaftspflegeverband alle potenziellen Flächen in der Gemeinde erfassen und ökologisch aufwerten. Damit möchte die Gemeinde auch ihr Erscheinungsbild als Luftkurort verbessern.

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v.l.n.r. Bauhofleiter Richard Pleininger, Bürgermeister Wolfgang Schmid und Jessica Strasser, LPV Rottal-Inn, Foto: LPV Rottal-Inn

13.10.2020 Rottal-Inn: Gemeinde Tann engagiert sich für Insektenschutz

Der Landschaftspflegeverband Rottal-Inn konnte die Gemeinde für die Umsetzung von insektenfördernden Maßnahmen gewinnen.

Auftakt war die Ansaat einer kleinen Fläche im Ortsgebiet vor der Schule. Die Gemeinde Tann möchte ihre Ökoflächen erweitern und nutzt dafür das Angebot des Landschaftspflegeverbands über die Anlage von blütenreichen Wiesen. Weitere 650m² Grünflächen wurden vom Bauhof für die Ansaat mit Regiosaatgut vorbereitet. Davon profitieren nicht nur die Artenvielfalt heimischer Insekten und Pflanzen, sondern auch die Bürger*innen der Gemeinde. Für Bürgermeister Wolfgang Schmid ist dies ein weiterer Schritt in eine ökologischere Zukunft. Und Bauhofleiter Richard Pleininger freut sich über weniger Arbeit, denn die neuen Grünflächen benötigen weniger Pflege. Sie wünschen sich, dass sich auch Landwirte und Privatpersonen an dem Projekt beteiligen, damit es in und um Tann in den nächsten Jahren grünt und blüht.

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  • Von links nach rechts: Bürgermeister Franz Moll, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbands Donau-Ries e.V. Nadine Kühnert, Landwirt Klaus Hafner und Bauhofmitarbeiter Bernd Lier. Foto: LPV Donau-Ries
  • Durch das Heumulchverfahren sind die Keimlinge besser geschützt. Foto: LPV Donau-Ries

05.10.2020 Donau-Ries: Gemeinde Oberndorf am Lech legt artenreiche Ackerrandstreifen an

Zusammen mit dem Landschaftspflegeverband Donau-Ries e.V. wertet die Gemeinde Oberndorf am Lech kommunale Flächen insektenfreundlich auf und schafft durch die Anlage von Ackerrandstreifen Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere.

Für die Umgestaltung von Ackerrandstreifen mit einer Breite von 6 Metern erntete der Landschaftspflegeverband mit einer speziellen Bürstenmaschine Samen von artenreichen Wiesen rund um Oberndorf. Dieses selbst gewonnene Saatgut, das für Insekten wichtige heimische Blumen und Kräutern beinhaltet, wurde auf den Ackerrandstreifen ausgesät. Um die Randstreifen noch artenreicher zu gestalten, wurde zudem noch Mähgut von artenreichen Wiesen aufgebracht. Durch dieses sogenannte Heumulchverfahren werden die Keimlinge in Trockenzeiten besonders gut geschützt.

Neben der Anlage von neuen blütenreichen und insektenfreundlichen Flächen kümmert sich die Gemeinde Oberndorf aber auch um die Aufwertung bereits bestehender Grünflächen. In Absprache mit dem Bauhof entwickelte der Landschaftspflegeverband daher ein Mähkonzept. So werden einige Flächen im Gemeindebereich zukünftig nur noch zweimal im Jahr gemäht und das Schnittgut abtransportiert, so dass die vorhandenen Blumen und Kräuter zur Blüte kommen können. Außerdem werden beim Mähen im Wechsel kleine Bereiche ausgespart, so dass Insekten das ganze Jahr über Nahrung und Überwinterungsquartiere finden.

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  • Der DVL und Vertreter*innen der bayerischen Landschaftspflegeverbände freuen sich über die Auszeichnung. Foto: DVL
  • Projektmanager Dr. Martin Sommer nimmt die Auszeichnung von Ministerialrat Wolfram Güthler entgegen. Foto: DVL

23.09.2020 NATÜRLICH BAYERN als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet

Das Projekt „NATÜRLICH BAYERN – insektenreiche Lebensräume“ des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL) ist als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet worden. In Stellvertretung des bayerischen Umweltministers Thorsten Glauber nahm Ministerialrat Wolfram Güthler die Würdigung vor. Die Auszeichnung wird an vorbildliche Projekte verliehen, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in Deutschland einsetzen.

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Foto: R. Manderbach

15.09.2020 Europäischer Rechnungshof stellt die Wirkungslosigkeit der EU-Initiative für Bestäuber fest

Der Europäische Rechnungshof (EuRH) fällt in einem Sonderbericht zur Wirksamkeit von EU-Maßnahmen zum Schutz wilder Bestäuber ein vernichtendes Urteil.

Die „Initiative für Bestäuber“ der europäischen Kommission von 2018 soll zur

  • Verbesserung der wissenschaftlichen Kenntnisse über den Rückgang der Bestäuber,
  • Bekämpfung der größten Bedrohungen für Bestäuber und zur
  • Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Akteuren beitragen.

Der Schwerpunkt der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen zur Bekämpfung der größten Bedrohungen für wilde Bestäuber liegt auf der Erhaltung von Lebensräumen, einschließlich landwirtschaftlicher und städtischer Lebensräume, und der Verringerung der Auswirkungen von Pestiziden und invasiven gebietsfremden Arten. Dabei spielt vor allem die effizientere Nutzung der vorhandenen Instrumente, Politiken und Rechtsvorschriften (z.B. LIFE, Natura 2000, EU-Biodiversitätsstrategie, Ökolandbau, Agrarumweltmaßnahmen, investive Maßnahmen, Beschränkung bienenschädlicher Wirkstoffe u.a.) eine Rolle.

Der EuRH stellt als unabhängiges Kontrollorgan nun unter anderem folgende Mängel fest:

  • Es mangelt an Steuer- und Kontrollinstrumenten, die größten Bedrohungen zu bewältigen. Vor allem überprüft die Kommission die Umsetzung von Vorschriften in verschiedenen Mitgliedsstaaten zu wenig.
  • Es existieren keine spezifischen Schutzmaßnahmen für wilde Bestäuber in den Instrumenten der Initiative. Speziell in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sollten solche Maßnahmen integriert werden.
  • Notfallzulassungen von verbotenen und eingeschränkten Insektiziden werden in den Mitgliedsstaaten zu leichtfertig erteilt. Die Mitgliedstaaten werden dabei zu wenig kontrolliert und die Auflagen sind zu gering.

Der EuRH empfiehlt in seinem Fazit der Kommission vor allem,

  • die bisherigen Instrumente einer stärkeren Prüfung auf die Auswirkungen auf Bestäuber zu unterziehen,
  • in den GAP-Strategieplänen der Mitgliedsstaaten stärker als bisher darauf zu achten, dass besonders Maßnahmen mit positiven Auswirkungen auf Bestäuber enthalten sind,
  • spezifische Maßnahmen bezüglich kritischer Pflanzenschutzmittel speziell für wilde Bestäuber zu entwickeln,
  • insgesamt die Umsetzung von Vorschriften in den Mitgliedsstaaten besser zu überprüfen.

Fazit des DVL

Die Bewertung des EuRH zeigt, dass nicht die Menge, sondern die Qualität der insektenfördernden Maßnahmen entscheidend ist. Projekte wie NATÜRLICH BAYERN des DVL können zwar im nationalen oder gar europäischen Gesamtgefüge der Naturschutzmaßnahmen für Insekten nur einen kleinen Beitrag leisten. Wir sind aber überzeugt, dass gerade solche Projekte, die regional besonders eng mit vielen Akteuren zusammenarbeiten, wirklich effizient sind. Um wirksam das Insektensterben eindämmen zu können, sind jedoch aus Sicht des DVL weit mehr solcher großräumig angelegten und ausreichend finanzierten Initiativen mit kooperativen Ansätzen notwendig, also gemeinsam mit lokalen Akteuren aus Naturschutz, Landwirtschaft, Kommunen und staatlichen Stellen, aber flächig auf große Landschaftsräume ausgedehnt.

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  • v. l. Naturpark-Ranger Andreas Schätzlein, Geschäftsführer LPV Aschaffenburg Alexius Wack und Landrat Alexander Legler. Foto: LPV Aschaffenburg
  • Die Erntefläche mit Sandgrasnelken-Flora. Foto: LPV Aschaffenburg

31.08.2020 Aschaffenburg: Erster eBeetle-Einsatz zur Samenernte mit Landrat

Der Landschaftspflegeverband Aschaffenburg führte gemeinsam mit dem Naturpark Spessart die Ernte von Saatgut mit der Bürstenerntemaschine eBeetle® vor. Mit dem Saatgut sollen Sandmagerrasen im Landkreis aufgewertet werden. Landrat Alexander Legler, Vorsitzender des Landschaftspflegeverbands ließ sich die Vorgehensweise und Technik erklären.

Für die Ernte wählte der Landschaftspflegeverband eine Fläche mit Sandgrasnelke, wilde Möhre, Schafgarbe,
Bergsandglöckchen, Wiesenflockenblume, Feldmannstreu und Glockenblume. Getrocknet und in Säcken eingelagert, werden die Samen im Herbst bei hinreichender Erdfeuchte wenige Kilometer weiter auf einem Sandmagerrasen wieder ausgebracht.

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Auf dem Vertragsnaturschutz-Acker in Weltenburg wurden den Teilnehmern die seltenen Ackerwildkräuter gezeigt. Foto: Lucia Gruber /VöF

24.08.2020 Kelheim: Landwirte tauschen sich zum Ackerwildkrautschutz aus

Über NATÜRLICH BAYERN werden im Landkreis Kelheim neben artenarmen Wiesen auch Äckern durch Ansaat von Ackerwildkräutern zur Förderung unserer Insekten aufgewertet. Im Projekt "Bunte Bauernwiesen - Bunte Bauernäcker" hatte der LPV Kelheim Landwirte zum Erfahrungsaustausch eingeladen.

Auf bereits langjährig extensiv bewirtschafteten Äckern stellten die MitarbeiterInnen des Landschaftspflegeverbands die dort vorkommende Ackerwildkrautvegetation vor und erklärten die bestehenden Fördermöglichkeiten, vor allem im Vertragsnaturschutzprogramm. Mit den Praxisbeispielen vor Augen fand ein reger Austausch zwischen den Neuinteressenten und den „alten Hasen“ statt. So wurden auch Lösungsansätze für das Aufkommen von Problempflanzen wie Ackerkratzdistel oder Trespe diskutiert. Die Zusammenkunft fand reges Interesse bei den anwesenden LandwirtInnen und verdeutlichte auch deren Verständnis für diesen speziellen Natur- und Artenschutz.

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  • v.l.n.r. Richard Gamisch, zweiter Bürgermeister von Unterschwaningen, Ehingens Bürgermeister Friedrich Steinacker, Günther Wagenlender, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Ehingen, und Norbert Metz vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken. Foto: FLZ Ansbach
  • Schafkopfen mit Blütenmotiven

11.08.2020 LPV Mittelfranken stellt das NATÜRLICH BAYERN-Schafkopfblatt vor

Während auf den Flächen der ILE-Region Hesselberg-Limes die Artenvielfalt ihren Spielraum bekommt, können jetzt auch die Bürgermeister und Ehrenamtler des Obst- und Gartenbauvereins ins Spiel kommen. Der Landschaftspflegeverband Mittelfranken entwickelte dafür ein Schafkopfblatt mit Blütenmotiven.

Das Kartenspiel ist mit Blütenpflanzen dekoriert: Der Herz-Ober mit Wiesenglockenblume, der Schellen-Unter mit Rosen-Malve. Die Karten sind liebevoll gestaltet und sollen in den Gemeinden das Bewusstsein für die Artenvielfalt stärken.

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  • Extensive Flächen des Golfclubs Gäuboden. Foto: LPV Straubing-Bogen
  • Der LPV untersucht die vorhandene Artenvielfalt der Flächen mit einer Greenkeeperin des Platzes. Foto: LPV Straubing-Bogen

06.08.2020 Straubing-Bogen: Auf dem Weg zum insektenfreundlichen Golfplatz

Der Landschaftspflegeverband erarbeitet ein Konzept für den Golfclub Gäuboden e.V. um die rund 40 ha ungenutzten Golfplatz-Fläche von insgesamt über 100 ha Gesamtfläche für den Naturschutz, vor allem für Insekten, zu optimieren. Dabei soll auf den bereits extensiv gepflegten Flächen mit heimischem Saatgut mehr Blütenpflanzen und Pflanzenarten eingebracht werden. Die Golfspieler und Golfspielerinnen können sich zukünftig über farbenfrohe, lebendige Wiesen freuen. Und die Insekten auch.

Foto: LPV Mittelfranken

03.08.2020 Mittelfranken: Blütenreiche Wiese durch "Weniger-Tun" entstanden

Aus einer intensiven Grünfläche des regionalen Wasserversorgers hat sich durch wesentlich selteneres Mähen eine blütenreiche Wiese entwickelt. Eine klassische win-win-Situation. Für die Natur mehr Blüten und mehr Insekten. Für den Betriebshof weniger Arbeit und weniger Kosten.

Auf Initiative des Landschaftspflegeverbands Mittelfranken, änderte der Betriebshof des Wasserversorgers "Fernwasser Franken" in der Gemeinde Dürrwangen im Landkreis Ansbach die Pflege einer 0,5 ha großen Grünfläche. Statt wie bisher ab April vier bis sechsmal pro Jahr zu mähen, setzte der Betriebshof seit 2019 seinen Rasentraktor nur noch ab Mitte Juni für die Mahd von Teilflächen ein. Bis zu 30% bleibt ungemäht und über den Winter stehen.

Das Ergebnis hat alle verblüfft: Ohne Einsaat setzen sich wieder eine Vielzahl von Blütenpflanzen durch. Der Mähaufwand konnte um mindestens 50% reduziert werden. Die Aufwuchsmenge konnte selbst im August noch mit dem Aufsitzmäher oder Hochgrasmäher bewältigt werden. Diese Maßnahme zeigte allen Beteiligten, dass sich auch in der Grünflächenpflege weniger mehr sein kann!

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  • Die Empfängerfläche wird mit der Scheibenegge vorbereitet. Foto: LPV Fränkische Schweiz
  • Das Mähgut wird mit dem Heulader angeliefert und mit dem Radlader auf der Fläche verteilt. Foto: LPV Fränkische Schweiz
  • Ohne Handarbeit geht's nicht. Landwirt Hannig verteilt das Mähgut gleichmäßig mit der Heugabel. Foto: LPV Fränkische Schweiz
  • Fertig! Die Samen können jetzt aus dem Mähgut auf den vorbereiteten Boden fallen und werden vor Austrocknung und Konkurrenz geschützt. Foto: LPV Fränkische Schweiz

27.07.2020 Bayreuth: Zweimal Mähgutübertragung auf kommunalen Flächen

Die Stadt Hollfeld und die Gemeinde Eckersdorf stellten Flächen für die Anlage von artenreichen Wiesen zur Verfügung. Der Landschaftspflegeverband Fränkische Schweiz organisierte das Mähgut von Landwirt Hannig, der die Maßnahmen im Auftrag des LPV durchführte. Ein Musterbeispiel für die Arbeitsweise des Landschaftspflegeverbands! In Hollfeld werden so insgesamt ca. 1300 m² und in Eckersdorf 3170 m² Grünland aufgewertet.

Dünen-Pelzbiene (c) K.Weber

21.07.2020 Ein Jahr Volksbegehren „Rettet die Bienen“ – Bilanz aus Sicht der Wildinsekten

Der DVL zieht Bilanz über die Entwicklungen im Naturschutz und der Landwirtschaft ein Jahr nach dem erfolgreichsten bayerischen Volksbegehren: Die wichtigsten erfolgten Gesetzesänderungen, anstehende Aufgaben im Insektenschutz und die Finanzierung.

Die Vorschläge des Volksbegehrens wurden in viele bayerischen Gesetze und andere Rechtsvorschriften übernommen. Aus Sicht der Wildinsekten sind insbesondere folgende Regelungen von großer Bedeutung:

Wichtige erfolgte Gesetzesänderungen

  1. Aufbau eines Biotopverbundsystems über ganz Bayern mit dem Ziel 15 % des Offenlandes bis 2030
  2. 10 % Naturwaldflächen im Staatswald bis 2023
  3. Aufnahme weiterer wichtiger Lebensräume in die Liste der gesetzlich geschützten Biotope: Streuobstwiesen und artenreiches Grünland
  4. Mahd von 10 % des Grünlandes erst nach dem 15. Juni
  5. Schutz der Gewässerrandstreifen als Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie im Bayerischen Wassergesetz
  6. Verbot von Pestiziden in Naturschutzgebieten, geschützten Landschaftsbestandteilen und gesetzlich geschützten Biotopen.
  7. Deutliche Einschränkungen für die nächtliche Beleuchtung öffentlicher Gebäude

Darüber hinaus wurde die Beratung von Landbewirtschaftern für eine naturverträglichere Wirtschaftsweise durch 100 Beraterstellen in den Naturschutzbehörden und in den Landwirtschaftsämtern ab 2020 gestärkt und Projekte wie NATÜRLICH BAYERN im Rahmen des Blühpakts Bayern auf den Weg gebracht.

Anstehende Aufgaben für die Verbesserung des Insektenschutzes

Im Zuge der schnell umgesetzten Änderungen in den Gesetzeswerken bestehen nach Einschätzung des DVL bezüglich der Detailregelungen, Pläne und Finanzierungen zur Umsetzung der hochgesteckten Ziele noch Mängel und Lücken, die für die Vermehrung und Verbesserung der Lebensräume für unsere Wildinsekten behoben werden müssen:

  1. Gewässerrandstreifen:
    Die im Schnellschuss festgelegte erste Kulisse der kleinen Gewässer löste große Verunsicherungen und Proteste bei den betroffenen Landwirten aus. Notwendig sind klare Definitionen. Im Einzelfall sind Vor-Ort-Begehungen mit ausführlicher Beratung für die verunsicherten Landwirte unbedingt erforderlich.
  2. Ziele:
    Die Ziele 30 % Biolandbau bis 2030 und 15 % Biotopverbund der Offenlandfläche sind sehr vage und müssen präzisiert werden. Vor allem müssen Programme und Anreize geschaffen werden, wie die Ziele zu erreichen sind. Die „vielfältige Fruchtfolge“ als eine der beliebtesten KULAP-Maßnahmen für Biolandwirte zu streichen ist kontraproduktiv.
  3. Blühflächen und Blühstreifen:
    Durch die hohe Förderung und weitreichende Bewerbung von Blühflächen und Blühstreifen in Fach- und allgemeinen Medien werden diese auf sehr großer Fläche in Bayern angesät und es wird den Landwirten und der Öffentlichkeit vermittelt, dass damit ein sehr großer Beitrag zur Biodiversität in der Landwirtschaft geleistet wird. Leider locken die meisten Blühflächen und -streifen nachgewiesenermaßen vorwiegend Honigbienen und einige wenige Wildbienen und andere häufige Wildinsekten an. Für die Anzahl an Insekten in der Agrarlandschaft ist damit zwar ein Beitrag geleistet, für die Artenvielfalt sind die Blühflächen ohne in der Nähe liegende Lebensraumstrukturen für Insekten wie Totholz, Offenboden oder Höhlen, weitgehend wirkungslos. Nach neueren Studien können in der Umgebung von insektizidbehandelten Kulturen gelegene schmale Blühstreifen sogar als ökologische Fallen dienen und die angelockten Insekten durch Rand- und Verdriftungseffekte schädigen. Hier sind unbedingt wirksamere Maßnahmen und eine bessere Beratung und Information aller Beteiligter und der Öffentlichkeit notwendig.
  4. Geschützte Biotope:
    Es bedarf fachgerechterer Definitionen der neuen geschützten Biotope Streuobstwiesen und artenreiches Grünland. Bisherige Definitionen waren bei Grünland lückenhaft oder sind bei Streuobstwiesen fachlich so anspruchsvoll angesetzt, dass kaum eine Obstwiese die Kriterien erfüllt. Zudem haben Falschinformationen auch hier zu großer Verunsicherung bei den Obstbauern geführt und zu den bekannten Protestaktionen in der fränkischen Schweiz.
  5. Regionales Saatgut:
    Die Verfügbarkeit von regionalem Saatgut muss dringend verbessert werden. Derzeit ist für mehrere bayerische Großräume (Voralpenland, Fränkisches Hügelland, Fränkische Alb, ostbayerische Mittelgebirge) kein oder nicht ausreichend Regiosaatgut verfügbar. Da in den zehn Jahren Übergangszeit nicht wie erwartet, der Markt zu ausreichender Produktion von Regiosaatgut geführt hat, sollten Förderungen für Saatgutproduzenten ins Leben gerufen werden. Zudem muss dringend ein bayernweites Spenderflächenkataster von typischen Biotopen erstellt werden, um ausreichend und nachhaltig Ausgangssaatgut für die Produktion sicherzustellen.
  6. Forschungsbedarf:
    Zu den Ursachen des Insektensterbens und den Erfolgen der verschiedenen Maßnahmen sind weitere Forschungen nötig.

Finanzierung

Neben den erfreulich erhöhten Fördermitteln im VNP und in der LNPR sind weitere größere Finanzmittel notwendig, um Programme zur Beratung und Umsetzung insektenfördernder Maßnahmen in Offenland, Wald, Gewässern und in Siedlungen umzusetzen.

Sowohl von den Initiatoren als auch vom DVL wird eine zügige und effiziente Umsetzung durch eine solide Finanzierung von Programmen und Projekten gefordert.

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Von links: VR-Bank Gebäudemanagement Thomas Eiblmeier, VR-Bank Vorstandsmitglied Dir. Christian Forstner, Jessica Strasser vom LPV Rottal-Inn und VR-Bank Prokurist Reiner Schachtner bei der Schildübergabe.

17.07.2020 Rottal-Inn: Ein Insektenparadies für die VR-Bank Rottal-Inn eG in Pfarrkirchen

Die VR-Bank Rottal-Inn eG in Pfarrkirchen verwandelt ihre Wiese in einen idealen Lebensraum für Insekten. Der Landschaftspflegeverband Rottal-Inn organisiert Gewinnung und Aussaat von regionalen Wildpflanzen.

Die VR-Bank in Pfarrkirchen hat im Juni beschlossen, auf ihrer 3000 m2 Wiese beste Bedingungen für Wildblumen und Insekten aus der Region zu schaffen. Dafür besuchte Jessica Strasser vom LPV die Fläche, um die VR-Bank zu beraten, wie die Umwandlung funktionieren kann. Sie freute sich, dass einige für den Landkreis typische Arten bereits auf der Wiese wachsen: „Margerite, Schafgarbe, Habichtskraut und Hornklee sind schon zu finden. Wir wollen nun die Vielfalt an Arten und Farben vergrößern, indem wir ein wenig nachhelfen.“ Dazu sät der LPV an offenen Stellen gezielt Wildblumensamen aus. Für das Mähen hat die VR-Bank einen Landwirt engagiert, der das Heu zusätzlich verwerten kann. Er spart beim Mähen im Wechsel kleine Bereiche aus, in denen Insekten weiterhin Nahrung finden können.

Dafür bittet Jessica Strasser um Verständnis: „Eine ungemähte Wiese kann schon mal etwas unordentlich aussehen. Sie ist aber wichtig für unsere Insekten!“ Auch weist sie darauf hin, dass handelsüblichen Samenmischungen für sogenannte „Blühflächen“ oder „Bienenweiden“ oft keine oder nur wenige heimische Pflanzenarten enthalten. „Damit locken sie eher Honigbienen und andere häufige Insekten an. Bedrohte Insekten unserer Heimat brauchen hingegen nicht nur bunte Blumen, sondern vielfältige Lebensräume mit Wildpflanzen aus der Region.“

Wer dem guten Vorbild der VR-Bank folgen möchte, kann auf die Beratung des LPV zählen. Allerdings ist das Projekt zeitlich bis April 2020 beschränkt – das Angebot sollte also bald genutzt werden, bevor es zu spät ist. Als Grund dafür streicht Jessica Strasser heraus: „Jede neu geschaffene oder insektenschonend geführte Fläche leistet einen kleinen Beitrag gegen den Artenschwund“.

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  • Das Saatgut von Bürsten-Erntemaschinen besteht aus 50% Samen und 50% Spreu. Foto: M. Sommer
  • Durch das Fräsen wird der Boden aufgearbeitet. Foto: W. Willner
  • Die Walze drückt den aufgelockerten Boden an. Foto: W. Willner
  • Handansaat braucht Fingerspitzengefühl Foto: W.Willner

01.07.2020 5 Schritte zur Ansaat mit Samenmaterial von Bürsten-Erntemaschinen

Das geerntete Saatgut einer Bürsten-Erntemaschine enthält nach mehrfachem Durchsieben in etwa 50 % Samen und 50 % Spreu (Blätter, Stängel u.ä.). Diese Mischung kann nur schwierig oder überhaupt nicht durch Drillmaschinen gesät werden. Daher ist in aller Regel eine Handaussaat notwendig. Wir beschreiben die fünf Schritte, damit die Ansaat gelingt.

Vor der Aussaat muss der Boden der vorgesehenen Fläche gründlich vorbereitet werden, damit nicht zu viele ungewollte Unkräuter den Aufwuchs behindern. Die maschinelle Vorbereitung kann je nach vorherigem Aufwuchs und Unkrautdruck mehrere Schritte umfassen:

  1. Schritt: Fräsen: Die obere Bodenschicht wird durchmischt und die Vegetation zerstört, um das Nachwachsen zu verhindern. Kann auch wiederholt werden. Alternativ, je nach Boden und Aufwuchs, können auch Grubber eingesetzt werden.
  2. Schritt (falls nötig): Eggen des Bodens mit einer Kreiselegge bei starkem Auflaufen von Ruderalvegetation („Unkraut“)
  3. Schritt: Walzen: Der durch Fräsen und/oder eggen aufgelockerte Boden muss durch eine Walze festgedrückt werden
  4. Schritt: Säen: Handsaat erfordert große Erfahrung und Fingerspritzengefühl. Die empfohlene Menge ist ca. 40-60 kg pro Hektar. Wichtig: Nicht bei stärkerem Wind säen, da die Saatgutmischung, spezielle nach vorheriger Trocknung sehr leicht ist. Günstig ist, bei feuchtem Wetter zu säen oder wenn auf die Saat folgend Regen (kein Starkregen!) erwartet wird.
  5. Schritt: Anwalzen: wichtig ist, dass das Saatgut nicht in den Boden gelangt, also mit Erde bedeckt wird, sondern nur mit der Walze leicht angewalzt wird, damit es nicht verblasen wird.

26.06.2020 Gemeinsam für die Artenvielfalt

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat im Rahmen des Blühpakt Bayerns eine Eine Handreichung zur insektenfreundlichen, Gestaltung von privaten, gewerblichen und öffentlichen Flächen herausgebracht.

Auf 60 Seiten werden übersichtliche und praxisnahe Tipps und Hinweise für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Städte und Kommunen gegeben, um Lebensräume für Insekten zu schaffen.  Ab Seite 49 wird auch die Initiative NATÜRLICH BAYERN und die Projekte der Landschaftspflegeverbände vorgestellt.

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  • Foto: LPV Rottal-Inn
  • Echtes Labkraut, Foto: LPV Rottal-Inn
  • Natternkopf, Foto: LPV Rottal-Inn
  • Schafgarbe, Foto: LPV Rottal-Inn

15.06.2020 Rottal-Inn: Ein Jahr nach der Einsaat ...

... ist auf der Fläche von Landwirt Wimmer eine blütenreiche Wiese entstanden. Der Landschaftspflegeverband Rottal-Inn säte vor einem Jahr eine regionale Wildblumenmischung an. Nun ist die Saat aufgegangen und hat ein sehr erfreuliches und augenfälliges Ergebnis gebracht. Auf der Fläche blühen unter anderem das Echte Labkraut, der Natternkopf und die Schafgarbe.

  • Gemeinde Feldkirchen, Foto: LPV Straubing-Bogen
  • Gemeinde Haibach, Foto: LPV Straubing-Bogen
  • Gemeinde Rain, Foto: LPV Straubing-Bogen

11.06.2020 Straubing-Bogen: Ansaat in drei Gemeinden

Der Landschaftspflegeverband Straubing-Bogen konnte die drei Landkreis-Gemeinden Feldkirchen, Rain und Haibach für die Aufwertung von gemeindeeigenen Flächen gewinnen. Auf Gemeinde- und Landkreis-Flächen wurden gebietsheimische Saatgutmischungen in Kooperation mit ortsansässigen Landwirten eingesät. Die Einsaat fand unter den interessierten Augen der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister statt.

Foto: Lex

10.06.2020 Freising: Ansaat mit Bürgerprojekt

Gemeinsam mit Engagierten eines Nachbarschaftsprojekts wertete der Landschaftspflegeverband Freising eine Fläche von 4000 Quadratmetern auf.

20 engagierte Personen der Nachbarschaft beteiligten sich tatkräftig und säten das vom Landschaftspflegeverband organisierte regionale Saatgut aus. Auslöser der Initiative war das Volksbegehren "Rettet die Bienen". Auf Nachfrage der Nachbarn stellte die Heilig-Geist-Spital-Stiftung und eine private Eigentümerin Flächen zur Verfügung. Die bisher recht artenarmen Flächen können sich nun unter den Augen der Bewohner und Bewohnerinnen zu einem blütenreichen Insektenparadies entwickeln.

Die Fläche wird zukünftig von den Anwohnern gepflegt und bildet die Basis Veranstaltungen, um Informationen und Wissen rund um Naturschutz und Ökologie zu vermitteln: Müllsammelaktionen, Pflanzen- und Insektenbestimmung, Tipps für den insektengerechten Hausgarten, sowie Auch ein temporärer Weidebetrieb mit Schafen, Eseln oder Pferden stehen auf der Ideenliste.

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  • Foto: LPV Straubing-Bogen
  • Foto: LPV Straubing-Bogen

04.06.2020 Straubing-Bogen: Kreisverkehr am Friedrichshainsee ist insektenfreundlich!

Vor genau einem Jahr startete der Landschaftspflegeverband Straubing-Bogen mit der Neugestaltung des Kreisverkehrs. Nach Startschwierigkeiten aufgrund der großen Trockenheit im letzten Jahr blüht der Kreisverkehr am Friedenhainsee nun auf. Salbei, Mageriten, Spitzwegerich und Schafgabe zeigen was sie können und werden schon von vielen Insekten besucht.

  • Foto: LPV Biosphärenregion Berchtesgadener Land
  • LPV Biosphärenregion Berchtesgadener Land
  • LPV Biosphärenregion Berchtesgadener Land

20.05.2020 Berchtesgadener Land: Intensiv genutzte Wiese aufgewertet

Die erste große Projektfläche des Landschaftspflegeverbands Biosphärenregion Berchtesgadener Land konnte in Freilassing am internationalen Tag der Biene am Oedhof umgesetzt werden. In Absprache mit der Eigentümerfamilie und dem Pächter wertete der Landschaftspflegeverband eine Mähwiese auf. Seit drei Jahren wurde die intensiv genutzte Wiese nicht mehr gedüngt. Jetzt wird durch eine Streifenansaat mit regionalem Saatgut die Artenvielfalt erhöht und die Schnittzeitpunkte und -häufigkeit angepasst. Die landwirtschaftliche Nutzung der Wiese bleibt durch den hohen Anteil an Gräsern von 70% weiterhin gegeben.

  • Foto: LPV Stadt Augsburg
  • Foto: LPV Stadt Augsburg
  • Foto: LPV Stadt Augsburg

08.04.2020 In Augsburg entstehen neue Flächen für die Insektenvielfalt

Der Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg hat einen Fläche für die Ansaat mit gebietsheimischen Saatgut vorbereitet. Dafür wird mit einer Ackerfräse die Grasnarbe aufgekratzt und so das Keimbett für Arten wie die Margerite, Wiesensalbei, Natternkopf, Königskerze, Flockenblumen und vielen anderen heimischen Arten herzustellen.

Das Ganze geschieht in im Augsburger Projekt InsektenVielfaltAugsburg. Ziel des Projektes ist es, heimischen Insektenarten im Stadtgebiet Augsburg mehr Lebensraum zu schaffen. Die bearbeiteten Flächen wurden von der AVA Abfallverwertung Augsburg, der Stadt Augsburg (vor dem Verlagsgebäude der Augsburger Allgemeine), der LEW Lechwerke und der Universitätsklinik Augsburg mit ins Projekt eingebracht. Weitere Maßnahmen und Flächen folgen!

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01.04.2020 Start von 10 NATÜRLICH BAYERN-Projekten in weiteren 100 Kommunen

In den Landkreisen und Städten Aschaffenburg, Amberg-Sulzbach, Bamberg, Berchtesgadener Land, Dillingen, Ebersberg, Main-Spessart, Miesbach, Dingolfing-Landau und Rosenheim starten die Landschaftspflegeverbände ab sofort mit Beratung und insektenfreundlichen Maßnahmen bei der Grünlandpflege und der Anlage von blütenreichen Flächen.

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18.09.2019 Mehr Artenreiche fürs Unterallgäu - Besuch von Minister Glauber

Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber ist zu Besuch in Ottobeuren. Stellvertretend für eine Vielzahl von Acker- und Wiesenflächen bringt der LPV Unterallgäu gemeinsam mit dem Minister Glauber und dem DVL im Kurpark Ottobeuren gebietsheimisches Saatgut aus.

Die Initiative NATÜRLICH BAYERN steht auch im Unterallgäu mit dem Projekt „Arten-Reiche“ für die Umsetzung innovativer Ideen, die Vermittlung von Knowhow durch die Landschaftspflegeverbände sowie die gute Zusammenarbeit mit Verwaltung, Landwirtschaft und Kommunen. Das Saatgut für die Flächenaufwertung hatten Landwirte der Region zuvor mit dem „Wiesefix“ gewonnen, einem insektenschonenden Erntegerät, das der LPV Unterallgäu gemeinsam mit einem Landwirt entwickelt hat.

Der Schutz der heimischen Insekten steht bei NATÜRLICH BAYERN im Fokus. In allen Teilen des Freistaats vermehren und verbessern Landschaftspflegeverbände Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge und viele andere nützliche Insekten. Dabei wird ausschließlich in der Region geerntetes Saatgut von artenreichen Flächen zur Ansaat verwendet. Gleichzeitig sorgen die LPV mit professionellen Schulungen und praxisnahen Beratungen der Kommunen dafür, dass die Flächen über den Projektzeitraum hinaus nachhaltig und insektenfördernd bewirtschaftet werden können.

Foto: Linus Fritzsche

28.06.2019 Donau-Ries: Maihingen sät DONAURIESig

Mit dem Projekt "DONAURIESig säen - Mit heimischem Saatgut Artenvielfalt erhalten" setzt sich der Landschaftspflegeverband Donau-Ries e.V. für mehr Insektenvielfalt auf kommunalen Flächen ein.

Die Gemeinde Maihingen beteiligt sich am Projekt "DONAURIESig säen - Mit heimischem Saatgut Artenvielfalt erhalten". In den nächsten zwei Jahren sollen in Maihingen mit Unterstützung von ortsansässigen Landwirten neue blühende Flächen angelegt werden. Das Besondere: Der LPV Donau-Ries verwendet hierfür überwiegend selbst gewonnenes Saatgut aus dem Landkreis. Auf dem Bild zu sehen ist der eBeetle, ein spezielles Samensammelgerät, mit welchem diese Woche Saatgut aus einer artenreichen Wiese bei Maihingen gewonnen wurde.

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Foto: Landratsamt Straubing-Bogen

20.06.2019 Straubing-Bogen: Kreisverkehr am Friedenhainsee wird insektenfreundlich

Der Landschaftspflegeverband Straubing-Bogen hat den Verkehrskreisel beim Parkstettener Naherholungsgebiet Friedenhainsee neu gestalten lassen.

Im Rahmen der Initiative NATÜRLICH BAYERN hat der LPV Straubing-Bogen in Kooperation mit der Tiefbauverwaltung, dem Bauhof und den Kreisfachberatern den Kreisverkehr am Friedenhainsee unter naturschutzfachlichen Gesichtspunkten (Artenreichtum, Blühaspekt, Insektenweide) aufgewertet. Kreisfachberater Harald Götz und Julia Schnurrer vom Landschaftspflegeverband kümmerten sich um die entsprechend passende Saat, der Bauhof führte die Arbeiten auf dem rund 500 Quadratmeter großen Areal durch. Landrat Josef Laumer betonte: „Der Landschaftspflegeverband ist sehr aktiv und zeigt auch mit dieser Maßnahme wieder sein großes Engagement.“ In einigen Wochen soll ein echtes Paradies für Bienen und Insekten entstehen.

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17.06.2019 Mittelfranken: 100 kunterbunte Kilometer am Hesselberg

Zehn Gemeinden im Hesselbergraum stellen im Rahmen vom "100 kunterbunten Kilometern" öffentliche Flächen als "Insektenweiden" zur Verfügung. Der LPV Mittelfranken wandelt die ersten Flächen in den Gemeinden zu insektenreichen Lebensräumen um.

Ziel ist es, in den zehn Gemeinden 60 Hektar an kleinteiligen öfftenlichen Grünflächen zusammenzubekommen, auf denen Kräuter- und Pflanzenarten mit entsprechendem Blühpotenzial ausgesät werden. Zum Wohl der Insekten sollte auf regelmäßiges Mähen der Flächen verzichtet werden. So können sich diese besser entfalten.

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03.05.2019 Erstes Einzelprojekt startet in Augsburg

Im Rahmen des Einzelprojektes "Insekten.Vielfalt.Augsburg" führt der LPV Stadt Augsburg in den kommenden zwei Jahren auf innerstädtischen Grünflächen verstärkt insektenfördernde Maßnahmen durch.

Zum Auftakt des Projektes beginnt der LPV Stadt Augsburg auf der sogenannten Physikwiese auf dem Gelände der Universität Augsburg mit der Einsaat einer Wiesenmischung, die von artenreichen Wiesen im Naturschutzgebiet "Stadtwald Augsburg" gewonnen wurde. Außerdem werden Wohnzimmer und Kinderstuben für Insekten angelegt.

Das Einzelprojekt ist eines von zehn Projekten der Initiative NATÜRLICH BAYERN, die im Mai mit einer zweijährigen Laufzeit starten.

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