Deutscher Verband für Landschaftspflege
Foto: LPV Donau-Ries

05.02.2021 Donau-Ries: Mehr Artenvielfalt auf kommunalen Flächen in Tagmersheim

Zusammen mit Bürgermeisterin Petra Riedelsheimer, den Bauhofmitarbeitern und dem Landschaftspflegeverband Donau-Ries wurden in der Gemeinde Tagmersheim kommunale Flächen ausgewählt, die zu artenreichen Lebensräumen für Insekten aufgewertet werden sollen.

Immer mehr Städte und Gemeinden engagieren sich für blühende Grünflächen. So auch die Gemeinde Tagmersheim um Bürgermeisterin Petra Riedelsheimer, die vom Projekt „DONAURIESig säen“ erfuhr und sich an den Landschaftspflegeverband Donau-Ries wandte. „Allein durch die richtige Pflege öffentlicher Grünflächen können durch einfache und kostengünstige Maßnahmen insektenfreundliche und blühende Lebensräume geschaffen werden“ erläutert Michaela Dinkelmeier vom Landschaftspflegeverband Donau-Ries.

Zusammen mit den Bauhofmitarbeitern wurden daraufhin öffentliche Grünflächen ausgewählt, die zukünftig insektenfreundlicher gepflegt werden. Damit die vorhandenen Blumen und Kräuter überhaupt zur Blüte gelangen können, sollen diese Flächen zukünftig nur noch zweimal im Jahr gemäht und das Schnittgut abgefahren werden. Außerdem sollen beim Mähen kleine Bereiche ausgespart werden, so dass Insekten das ganze Jahr über Nahrung und Überwinterungsquartiere finden. Um Verständnis für die geplanten Maßnahmen werben die eigens dafür angefertigten Infotafeln, die vom Landschaftspflegeverband bereitgestellt und an derartigen Flächen angebracht werden. Denn auch wenn nur teilweise gemähte Wiesen für den ein oder anderen unordentlich aussehen mögen, sind sie für viele Tiere und Pflanzen wichtiger Lebensraum.

In der Nähe des Kindergartens soll des Weiteren eine etwa 500 m² große Blumenwiese aus gebietseigenen Blumen, Kräutern und Gräsern angesät werden. Petra Riedelsheimer freut sich: „Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen leistet die Gemeinde Tagmersheim einen wichtigen Beitrag für die Artenvielfalt. Davon profitieren nicht nur Insekten, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde.“

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  • Auch im Winter aktiv: Tatzenkäfer verdanken ihren Namen ihren breiten Fußgliedern (hier Timarcha tenebricosa). Foto J. Späth/LPV
  • Die Käferlarven sind im Frühjahr und Frühsommer an Labkraut zu entdecken. Foto J. Späth/LPV
  • Naturschonende Mahd mit dem Handbalkenmäher. (mit Johannes Wolf vom Kreisbauhof Dingolfing-Landau) Foto J. Rossow/LPV

29.01.2021 Dingolfing-Landau: Lebensraumpflege für Tatzenkäfer

Während jetzt die meisten Insektenarten in Winterstarre ruhen, sind Tatzenkäfer auch bei wenigen Plusgraden aktiv. Am ehesten sieht man die schwarzblauen Käfer, wenn sie Wege auf der Suche nach neuem Lebensraum überqueren. Aber auch ihre großen Larven fallen auf, wenn sie im Sommer an Labkrautstängeln fressen. Zwei Tatzenkäfer-Arten leben im Landkreis Dingolfing-Landau und beide sind aufgrund ihrer Seltenheit in der Bayerischen Roten Liste aufgeführt (RL 2 und V).

Der Landschaftspflegeverband Dingolfing-Landau kümmert sich mit seinem Projekt WiesenReiche auch um Lebensräume der Tatzenkäfer. Dies ist extensiv genutztes Grünland, auf dem ihre Futterpflanze Labkraut wächst. Doch auch an Straßenböschungen entdeckte der Landschaftspflegeverband diese Käferart. Deshalb ist es sehr erfreulich, dass der Kreisbauhof des Landkreises Dingolfing-Landau sich bereit erklärt, ausgewählte Straßenböschungen nicht mehr zu mulchen, sondern mit Messerbalken zu mähen und das Mähgut abzufahren. Diese naturschonendere Böschungspflege hilft den Tatzenkäfern und vielen weiteren Insekten- und Pflanzenarten.

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Blütenreiche Wiese in der Nähe des Friedhofs bei Zimmern. Foto: Williger, Leiter Grünkolonne

22.01.2021 Main-Spessart: Marktheidenfeld engagiert sich für Insekten

Die Stadt Marktheidenfeld und der Landschaftspflegeverband Main-Spessart fördern gemeinsam mit dem Projekt NATÜRLICH BAYERN „Das Ziel ist am Weg – insektenreiche Wegränder“ die Insektenvielfalt im Stadtgebiet. Dafür haben die Mitarbeiter des Bauhofes bereits an einigen Stellen im Stadtgebiet ihr Pflegekonzept angepasst.

Die heimischen Insekten zu schützen, ist den Mitarbeitern des städtischen Bauhofes ein wichtiges Anliegen. „Wir haben im vergangenen Sommer bereits an einigen Stellen im Stadtgebiet nur das Bankett direkt neben den Wegen gemäht und Bereiche abseits der Wege bewusst hochwachsen lassen. Damit wollen wir den Insekten mehr Nahrungs- und Rückzugsraum geben“, erklärt der Leiter der Grünkolonne, Tobias Willinger. Das Projekt "Das Ziel ist am Weg - insektenreiche Wegränder" im Rahmen von NATÜRLICH BAYERN wird vom Landschaftspflegeverband in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden und ihren Bauhofmitarbeitern umgesetzt. Die Mitarbeiter werden bei ihrer bestehenden Pflege beraten, denn schon einfache Änderungen wie den Mähzeitpunkt zu verschieben, haben eine große Wirkung auf die Insektenvielfalt.

Den Städten und Gemeinden ist es wichtig, ihre Bürgerinnen und Bürger über ihre Verantwortung für Insekten zu informieren. Hierzu hat der Landschaftspflegeverband für 2021 unter anderem Veranstaltungen geplant, bei denen die Bedeutung der verschiedenen Lebensräume erklärt werden.Die Stadt Marktheidenfeld sieht mit diesem Projekt eine wichtige Chance, den Insektenschutz auf großer Fläche voranzutreiben. „Als eine der größeren Städte des Landkreises gehört es zu unseren Pflichten sich mit dem Naturschutz auseinanderzusetzen. Die fachgerechte Pflege der kommunalen Flächen im Stadtgebiet, kann mit Bezug auf den Insektenschutz großes Potenzial in der Stadtgestaltung bieten“, erläutert der Leiter des Bau- und Umweltamtes, Wilhelm Trabel.

In den nächsten zwei Jahren wird der Landschaftspflegeverband zusammen mit den Mitarbeitern des Bauhofs an einer insektenfreundlichen Pflege der Straßen- und Wegränder arbeiten, damit sich die Insekten in Marktheidenfeld auch in Zukunft heimisch fühlen.

 

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15.01.2021 Hochwertige Lebensräume statt Blühflächen - In wenigen Schritten zu wirksamem Insektenschutz

In den Medien werden Blühflächen und Blühstreifen als schöne, schnelle und einfache Lösung gegen das Insektensterben gepriesen. In der Landwirtschaft werden sie im Rahmen der EU-Förderprogramme, vor allem in der 2. Säule, gefördert. Neben den landwirtschaftlichen Flächen sind aber auch in Gärten und Kommunen zuletzt viele Blühflächen entstanden. Vielfach durch nichtheimische Kultur- und Zierpflanzen, aber auch durch heimische Arten nicht gebietseigener Herkünfte geprägt, sind die Effekte für die Biodiversität oft gering, bezüglich des Erhalts der genetischen Vielfalt manchmal sogar eher schädlich.

Der Artikel "Hochwertige Lebensräume statt Blühflächen" von Dr. Martin Sommer und Dr. Andreas Zehm zeigt auf Basis bisher vorliegender Untersuchungen in acht Schritten, wie Insekten durch fachgerechte Blühflächen und naturnahe Blumenwiesen und Säume wirklich geholfen werden kann. Optimierte Landschaftspflege, Selbstbegrünung und Übertragungsverfahren sind vor jedem Einsatz von gekauftem Saatgut zu prüfen. Gebietseigenes Saatgut für mehrjährige oder dauerhafte Standflächen sowie regelmäßiges Mähen mit Mahdgutabfuhr und dem Ziel, damit dauerhaft artenreiche Wiesen entstehen zu lassen, sind wesentliche Erfolgsgaranten für einen wirkungsvollen Insektenschutz und eine effektive Erhöhung der Biodiversität.

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  • Nicolas Liebig, Geschäftsführer des LPV Stadt Augsburg freut sich mit Reiner Erben, dem Umweltreferenten und Vorsitzenden des LPVA über die Auszeichnung.

09.12.2020 Augsburg: Projekt InsektenVielfaltAugsburg ist „Offizielles Leitprojekt des KUMAS UMWELTNETZWERKS 2020“!

Der Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg verbessert mit der Anlage von Blühwiesen mit autochthonen Samen in seinem NATÜRLICH BAYERN-Projekt die Lebensbedingungen der Fluginsekten und zeigt mit einer breiten Allianz von aktiven Partnern aus Unternehmen, kommunalen Einrichtungen, Siedlergemeinschaften und Sportvereinen, wie ökologische, ökonomische und soziale Aspekte vereint werden können. Dafür wurde das Projekt ausgezeichnet.

Das KUMAS UMWELTNETZWERK ist ein Zusammenschluss aus Firmen, Kommunen, Kammern, Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen in Bayern, welches über hohe Umweltkompetenz verfügt. Sie fördern Umweltkompetenz, innovative Umwelttechnik und aktiven Umweltschutz in Bayern.

Dieses Jahr wurden 4 Leitprojekte ausgewählt, die in besonderen Maß Umweltkompetenz ausstrahlen. Neben dem Projekt des LPV Stadt Augsburg, zeichnete die KUMAS auch das LEADER-Projekt "100 Auen - 100 Arten" des LPV Unterallgäu aus, in dem bunte Wiesenstreifen entlang von Gewässern angelegt werden.

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  • Das Beilfleck-Widderchen bei der Paarung. Foto: J. Späth
  • Die verbrachte Hangwiese soll bald wieder neu erblühen. Foto: J. Rossow

03.12.2020 Dingolfing-Landau: Neuer Lebensraum für das Beilfleck-Widderchen

Das gefährdete Beilfleck-Rotwidderchen (Zygaena loti) bekommt bald neuen Lebensraum. Der Markt Reisbach lässt eine verbrachte Hangwiese vom Landschaftspflegeverband Dingolfing-Landau aufwerten. Der LPV wird die Wiese ausgehagern, indem er das Mähgut abtransportieren lässt. So können sich die Futterpflanzen der Raupen wie Hufeisenklee, Bunte Kronwicke und Hornklee wieder vermehren und bald auch wieder mehr Widderchen fliegen.

30.11.2020 Mehr Artenschutz an Bayerns Straßen

Als Ergebnis des erfolgreichen Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ trägt der Freistaat Bayern mit einem Aktionsprogramm für die ökologische Pflege von Straßenbegleitflächen zum Erhalt der Insektenvielfalt bei. Das bayerische Bauministerium hat hierzu zusammen mit dem Umweltministerium eine Handreichung für die staatlichen Bauämter herausgegeben, un die darin enthaltenen Vorgaben möglichst flächendeckend in Bayern umzusetzen.

Seit Herbst dieses Jahres sind daher nun alle staatlichen Bauämter aufgefordert, die Straßenbegleitflächen der Bundes- und Staatsstraßen ökologisch zu pflegen und nach Möglichkeit dadurch aufzuwerten. Die Straßenränder können aufgrund ihrer Gesamtfläche und vor allem Länge und ihrer damit verbundenen Biotopverbundfunktion einen enormen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und speziell der Insekten beitragen. Immerhin entspricht die Fläche entlang der Autobahnen, Bundes- und Staatsstraßen einer Größe von etwa 55.000 Fußballfeldern, also etwa 30.000 ha. Mit einer ökologischen Aufwertung dieser Flächen kann der Biotopverbund und die Lebensgrundlagen nicht nur für die Insekten, sondern auch für viele andere heimischen Tiere und Pflanzen verbessert werden.

Die Landschaftspflegeverbände beraten Kommunen hinsichtlich der Aufwertung und Pflegeoptimierung kommunaler Flächen, darunter auch Straßenränder und Feldwege. Der DVL und die Landschaftspflegeverbände empfehlen die Handreichung des Bauministeriums allen Kommunen zur Umsetzung und sehen sie als ausgezeichnete und klar verständliche Handlungsanleitung für die Straßenrandpflege, die 1:1 auf Kreis- und Gemeindeverbindungsstraßen sowie auf Feldwege anwendbar ist.

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  • Freuen sich über die Zusammenarbeit: Bürgermeister und Bauhofmitarbeiter der Gemeinde Reisbach und der Landschaftspflegeverband Dingolfing-Landau. Foto: M. Bergbauer
  • Die Streuobstwiese wird zukünftig vom Landschaftspflegeverband Dingolfing-Landau gepflegt. Foto: J. Rossow/LPV

26.11.2020 Dingolfing-Landau: LPV wertet 3,2 ha für Markt Reisbach auf

Die Gemeinde übergab dem Landschaftspflegeverband Dingolfing-Landau sieben Flächen für die ökologische Pflege und Neuansaat. Darunter sind Streuobstwiesen, Straßenböschungen und Ausgleichsflächen, viele artenarm und mit Entwicklungspotenzial. Die Flächen sollen zukünftig statt gemulcht nur noch einmal im Jahr gemäht werden. Die Pflegemaßnahmen können Landwirte aus der Region übernehmen. Für die Neuansaat verwendete der Landschaftspflegeverband gebietseigenes Samenmaterial aus der direkten Umgebung. Ein Gewinn für alle!

24.11.2020 Pestizidfreie Kommune: Beispiel Stegaurach im Landkreis Bamberg

Jede Kommune hat die Möglichkeit, in den Pachtverträgen der kommunalen Flächen eine ökologische Bewirtschaftung zu vereinbaren. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hat daher die Initiative "Pestizidfreie Kommune" gestartet, der bereits über 550 Kommunen in Deutschland angehören. So wie die Gemeinde Stegaurach, die in einem Beitrag des Bayerischen Rundfunks vorgestellt wird.

Die Gemeinde Stegaurach im Landkreis Bamberg hat beschlossen, auslaufende Pachtverträge über die Nutzung von gemeindeeigenen Wiesen und Äckern nur noch mit Auflagen zu verlängern. Dazu gehört der Verzicht auf Pestizide, sowie das Belassen von Brachflächen und die Entwicklung von Biotopen wie Grabenvegetation. Ein kurzer Film stellt die Initiative der Gemeinde vor.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland bietet weitergehende Informationen zu diesem Thema, sowie eine Beschlussvorlage für Gemeinderäte.

Die Gemeinde Stegaurach ist auch im Projekt "Natürlich Bayern" für den Insektenschutz aktiv. Der Landschaftspflegeverband Landkreis Bamberg berät die Gemeinde, legt blütenreiche Flächen an und verbessert die Pflege der gemeindeeigenen Wiesen.

 

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  • Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofes mit Bürgermeister Gerd Schneider, 3. Bürgermeisterin Ina Greß, Bauamtsleiter Stephan Walz, Bauhofleiter Klemens Elb und Christine Hilker Landschaftspflegeverband Landkreis Bamberg. Foto: besc
  • Hier entsteht neuer Lebensraum für Insekten und Kleintiere. Foto: besc
  • Bald bereichern mehr blütenreiche Wiesen die Gemeinde. Foto: LPV Bamberg
  • Hier wird es im nächsten Jahr blühen: entlang des Radwegs in Memmelsdorf. Foto: LPV Lkr Bamberg

19.11.2020 Bamberg: Gemeinde Memmelsdorf schafft Paradies für Insekten und Kleintiere

Mehr Blütenvielfalt, Strukturreichtum und naturbelassene Flächen hat der Landschaftspflegeverband Landkreis Bamberg in der Gemeinde Memmelsdorf bereits im ersten Jahr nach Projektstart angelegt.

Mit Anleitung des Landschaftspflegeverbands schaffte das Team des Memmelsdorfer Bauhofs um Bauhofleiter Klemens Elb und Bauamtsleiter Stephan Walz innerhalb kurzer Zeit ein Wohlfühlparadies für Schmetterlinge, Heuschrecken und Co: Sie pflanzten Obstbäume, säten eine Wiesenblumenfläche an, die im nächsten Jahr für eine reich gedeckte Blüten-Tafel sorgt. Sie platzierten Totholz, sowie Sand- und Steinhaufen für Brut- und Überwinterungsquartiere. Und an die Menschen wurde auch gedacht: Eine aus einem Baumstamm gesägte Bank lädt zum Verweilen und Beobachten ein. Ab Frühjahr wird eine Informationstafel Spaziergänger auf diesen besonderen Lebensraum aufmerksam machen.

Memmelsdorfs Bürgermeister Gerd Schneider ist von Grund auf begeistert: „Wir gehen als Kommunen mit gutem Vorbild voran, indem wir ganz einfach einen Teil unserer Gemeindeflächen „naturnah“ umgestalten. Ich freue mich über diese Initiative und die Projektideen des Landschaftspflegeverbandes und bin ganz besonders stolz auf unsere Leute vom Bauhof, die etwas Besonderes für unsere Natur und die Umwelt, in der wir leben, geschaffen haben.“

In Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister, seiner Stellvertreterin, dem Bauhofleiter, sowie dem Bauamt und der Kreisfachberaterin für Gartenbau wurden weitere Flächen ausgewählt, die der Landschaftspflegeverband aufwertete.

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  • Foto: W. Willner
  • Foto: W. Willner
  • Foto: W. Willner

12.11.2020 Kelheim: Ansaat von Ackerwildkräutern

Der Landschaftspflegeverband Kelheim säte zusammen mit einem Landwirt seltene Ackerwildkräuter wie Österreichische Hundskamille und Acker-Haftdolde an. Die Samen wurden bereits im vorigen Jahr von Hand durch den LPV geerntet. Der Acker wird nach den Kriterien des Vertragsnaturschutzes ohne Düngemittel und chemische Pflanzenschutzmittel sowie einer langen Stoppelbrache im Herbst bewirtschaftet, um für die Ackerwildkräuter optimale Bedingungen zu bieten.

03.11.2020 Licht aus? – Wie Kommunen mit der Eindämmung von Lichtverschmutzung zum Insektenschutz beitragen können

Das Bayerische Umweltministerium hat zur Konkretisierung des neuen Art. 11a des Bayerischen Naturschutzgesetzes zu Beleuchtungsanlagen einen Leitfaden mit Handlungsempfehlungen für Kommunen herausgegeben.

Vor dem Hintergrund, dass 60% der Insekten dämmerungs- oder nachtaktiv sind und von Kunstlicht angezogen werden, liegt es auf der Hand, dass die Beleuchtung im Siedlungsbereich zum Insektensterben beiträgt. Denn Insekten werden durch Kunstlicht in ihrem Verhalten und in ihrer Orientierung gestört. Das schränkt ihre Fortpflanzung und ihre Bestäubungsleistung ein – mit negativen Folgen für das Ökosystem. Mit der Eindämmung und Steuerung der künstlichen Beleuchtung können Kommunen einen wichtigen Beitrag zum Insektenschutz leisten.

Im Projekt „Natürlich Bayern“ schaffen die Landschaftspflegeverbände hochwertige Lebensräume in Kommunen, um die Insektenvielfalt zu erhalten. Maßnahmen zur Reduzierung der Lichtemissionen, wie sie der Leitfaden empfiehlt, sind ein wertvoller Beitrag der Kommunen zum Insektenschutz.

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  • Der LPV Kelheim mit seinem Infostand auf dem Mainburger Bauernmarkt. Foto: LPV Kelheim
  • Die Samenerntemaschine weckte Neugier bei den Besucher*innen. Foto: LPV Kelheim
  • Das Blumen-Samen-Memory, bei dem die Samen den richtigen Pflanzen zugeordnet werden durften. Foto: LPV Kelheim

27.10.2020 Kelheim: LPV stellt Samenerntemaschine auf Bauernmarkt vor

Der regionale Bauernmarkt in Mainburg findet jedes Jahr im Herbst statt und bietet lokalen Erzeugern aus der Hallertau die Möglichkeit ihre Waren und ihre Arbeit vorzustellen. Der Landschaftspflegeverband Kelheim präsentierte den landwirtschaftlich interessierten Besucher*innen ihre Samenerntemaschine und informierten über das NATÜRLICH BAYERN-Projekt.

Für den Landschaftspflegeverband Kelheim bot der Bauernmarkt eine gute Plattform um den Besuchern die Maßnahmen zu präsentieren, die im Zuge des NATÜRLICH BAYERN Projektes zusammen mit den Landbewirtschaftenden im Landkreis Kelheim für den Insektenschutz durchgeführt werden. Da die Verwendung von artenreichem Saat- bzw. Mahdgut ein wesentlicher Aspekt des Projektes darstellt, wurde die Verwendung eines Samenerntegeräts zum Hauptthema des Standes.Der eBeetle® lockte viele Besucher*innen an den Stand. Der LPV warb damit bei Landwirt*innen für die Teilnahme am Projekt „Bunte Bauernwiesen – Bunte Bauernäcker“.

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Die Kinder der Grund- und Mittelschule in Oettingen legten ihre eigene Blumenwiese an. Foto: F. Buckel

26.10.2020 Donau-Ries: In Stadt Oettingen wird angesät

Der Landschaftspflegeverband Donau-Ries wertete zwei Flächen in der Stadt Oettingen auf. Eine davon auf dem Schulgelände der Grund- und Mittelschule mit Kindern, Schulleiterin und Bürgermeister.

Gemeinsam mit der Stadt wurde im vergangenen Jahr eine Auswahl an städtischen Flächen getroffen, die durch eine Ansaat oder durch die Umstellung der Pflege ökologisch aufgewertet werden können. Derartige Grünflächen sollen zukünftig nur noch zweimal im Jahr gemäht werden. Außerdem sollen ungemähte Teilbereiche belassen werden, so dass Insekten das ganze Jahr über Rückzugsräume finden.

Auf dem Schulgelände der Grund- und Mittelschule wurde eine etwa 200 m² große Fläche ausgewählt, auf der eine Blumenwiese aus ausschließlich heimischen und gebietseigenen Blumen, Kräutern und Gräsern entstehen soll. Die Ansaat der Fläche wurde von den Kindern der Kombiklasse 1/2 im Zuge einer zweistündigen Umweltbildungsaktion durchgeführt. Unter Anleitung des Landschaftspflegeverbands und Umweltpädagogin Gertrud Bittl – Dinger lernten die Kinder typische Pflanzen und Insekten heimischer Wiesen kennen und was es heißt, den Boden für eine Ansaat vorzubereiten.

Bürgermeister Thomas Heydecker freut sich darüber „Das Verständnis für die Natur und unsere Umwelt ist wichtig. Wir möchten mit gutem Beispiel voran gehen und bereits die Kleinsten unter uns so früh wie möglich für dieses Thema sensibilisieren.“

Neben der Fläche auf dem Schulhofgelände wurde auch der Grünstreifen zwischen dem neuen Bebauungsgebiet und dem Radweg entlang der Staatstraße Richtung Ehingen mit Regiosaatgut aufgewertet. Für die Aufwertung des Regenrückhaltebeckens am Augraben wurden Samen verwendet, die vorab von heimischen artenreichen Wiesen um Oettingen mit der speziellen Bürstenmaschine eBeetle® gewonnen wurden. Insgesamt wurden in Oettingen bereits 0,9 ha neue Wiesen angelegt und auf 1,6 hat die Pflege extensiviert.

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  • Auf diesem Boden erblüht im nächsten Jahr eine bunte Wiese. Foto: LPV Rottal-Inn
  • Rund um das Altenheim wird es jetzt bunter. Foto: LPV Rottal-Inn

20.10.2020 Rottal-Inn: Gemeinde Postmünster wird bunter

Landschaftspflegeverband Rottal-Inn legt blütenreiche Wiesen in der Gemeinde Postmünster an. Ein Altenheim stellt zusätzliche Flächen zur Verfügung und wird von der Gemeinde unterstützt. Ein tolles Beispiel für kommunales und privates Engagement!

Die Gemeinde Postmünster ließ zwei Gemeindeflächen von insgesamt ca. 400m² vom Landschaftspflegeverband mit Regiosaatgut ansäen. Der Bauhof übernahm die bodenvorbereitenden Maßnahmen und wird nicht nur die Ansaatfläche, sondern auch die umliegenden Wiesen zukünftig extensiver pflegen.

Darüber hinaus trat der Hausmeister eines Altenheims an den Landschaftspflegeverband wegen der Aufwertung von Flächen von ca. 350m² auf dem Heimgelände an. Der Landschaftspflegeverband organisierte in Abstimmung mit der Gemeinde Postmünster den Bauhof für die Bodenvorbereitung und säte die Fläche eigenhändig an. Auch hier vereinbarte der Landschaftspflegeverband mit dem Hausmeister die Grünflächen nur noch zweimal im Jahr zu mähen.

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Foto: LPV Straubing-Bogen

16.10.2020 Straubing-Bogen: Gemeinde Mitterfels wird aktiv

Der Landschaftspflegeverband Straubing-Bogen legte für die Gemeinde einen blütenreichen Streifen mit gebietseigenem Samenmaterial entlang des Radwegs an. Doch das ist erst der Anfang.

Insgesamt 500 m² Fläche wird im nächsten Jahr zwischen der Staatsstraße und dem Radweg mit gebietseigener Pflanzenvielfalt aufblühen und so vielen Insektenarten als Lebensraum dienen. Darüber hinaus wird der Landschaftspflegeverband alle potenziellen Flächen in der Gemeinde erfassen und ökologisch aufwerten. Damit möchte die Gemeinde auch ihr Erscheinungsbild als Luftkurort verbessern.

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v.l.n.r. Bauhofleiter Richard Pleininger, Bürgermeister Wolfgang Schmid und Jessica Strasser, LPV Rottal-Inn, Foto: LPV Rottal-Inn

13.10.2020 Rottal-Inn: Gemeinde Tann engagiert sich für Insektenschutz

Der Landschaftspflegeverband Rottal-Inn konnte die Gemeinde für die Umsetzung von insektenfördernden Maßnahmen gewinnen.

Auftakt war die Ansaat einer kleinen Fläche im Ortsgebiet vor der Schule. Die Gemeinde Tann möchte ihre Ökoflächen erweitern und nutzt dafür das Angebot des Landschaftspflegeverbands über die Anlage von blütenreichen Wiesen. Weitere 650m² Grünflächen wurden vom Bauhof für die Ansaat mit Regiosaatgut vorbereitet. Davon profitieren nicht nur die Artenvielfalt heimischer Insekten und Pflanzen, sondern auch die Bürger*innen der Gemeinde. Für Bürgermeister Wolfgang Schmid ist dies ein weiterer Schritt in eine ökologischere Zukunft. Und Bauhofleiter Richard Pleininger freut sich über weniger Arbeit, denn die neuen Grünflächen benötigen weniger Pflege. Sie wünschen sich, dass sich auch Landwirte und Privatpersonen an dem Projekt beteiligen, damit es in und um Tann in den nächsten Jahren grünt und blüht.

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  • Von links nach rechts: Bürgermeister Franz Moll, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbands Donau-Ries e.V. Nadine Kühnert, Landwirt Klaus Hafner und Bauhofmitarbeiter Bernd Lier. Foto: LPV Donau-Ries
  • Durch das Heumulchverfahren sind die Keimlinge besser geschützt. Foto: LPV Donau-Ries

05.10.2020 Donau-Ries: Gemeinde Oberndorf am Lech legt artenreiche Ackerrandstreifen an

Zusammen mit dem Landschaftspflegeverband Donau-Ries e.V. wertet die Gemeinde Oberndorf am Lech kommunale Flächen insektenfreundlich auf und schafft durch die Anlage von Ackerrandstreifen Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere.

Für die Umgestaltung von Ackerrandstreifen mit einer Breite von 6 Metern erntete der Landschaftspflegeverband mit einer speziellen Bürstenmaschine Samen von artenreichen Wiesen rund um Oberndorf. Dieses selbst gewonnene Saatgut, das für Insekten wichtige heimische Blumen und Kräutern beinhaltet, wurde auf den Ackerrandstreifen ausgesät. Um die Randstreifen noch artenreicher zu gestalten, wurde zudem noch Mähgut von artenreichen Wiesen aufgebracht. Durch dieses sogenannte Heumulchverfahren werden die Keimlinge in Trockenzeiten besonders gut geschützt.

Neben der Anlage von neuen blütenreichen und insektenfreundlichen Flächen kümmert sich die Gemeinde Oberndorf aber auch um die Aufwertung bereits bestehender Grünflächen. In Absprache mit dem Bauhof entwickelte der Landschaftspflegeverband daher ein Mähkonzept. So werden einige Flächen im Gemeindebereich zukünftig nur noch zweimal im Jahr gemäht und das Schnittgut abtransportiert, so dass die vorhandenen Blumen und Kräuter zur Blüte kommen können. Außerdem werden beim Mähen im Wechsel kleine Bereiche ausgespart, so dass Insekten das ganze Jahr über Nahrung und Überwinterungsquartiere finden.

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  • Der DVL und Vertreter*innen der bayerischen Landschaftspflegeverbände freuen sich über die Auszeichnung. Foto: DVL
  • Projektmanager Dr. Martin Sommer nimmt die Auszeichnung von Ministerialrat Wolfram Güthler entgegen. Foto: DVL

23.09.2020 NATÜRLICH BAYERN als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet

Das Projekt „NATÜRLICH BAYERN – insektenreiche Lebensräume“ des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL) ist als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet worden. In Stellvertretung des bayerischen Umweltministers Thorsten Glauber nahm Ministerialrat Wolfram Güthler die Würdigung vor. Die Auszeichnung wird an vorbildliche Projekte verliehen, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in Deutschland einsetzen.

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Foto: R. Manderbach

15.09.2020 Europäischer Rechnungshof stellt die Wirkungslosigkeit der EU-Initiative für Bestäuber fest

Der Europäische Rechnungshof (EuRH) fällt in einem Sonderbericht zur Wirksamkeit von EU-Maßnahmen zum Schutz wilder Bestäuber ein vernichtendes Urteil.

Die „Initiative für Bestäuber“ der europäischen Kommission von 2018 soll zur

  • Verbesserung der wissenschaftlichen Kenntnisse über den Rückgang der Bestäuber,
  • Bekämpfung der größten Bedrohungen für Bestäuber und zur
  • Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Akteuren beitragen.

Der Schwerpunkt der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen zur Bekämpfung der größten Bedrohungen für wilde Bestäuber liegt auf der Erhaltung von Lebensräumen, einschließlich landwirtschaftlicher und städtischer Lebensräume, und der Verringerung der Auswirkungen von Pestiziden und invasiven gebietsfremden Arten. Dabei spielt vor allem die effizientere Nutzung der vorhandenen Instrumente, Politiken und Rechtsvorschriften (z.B. LIFE, Natura 2000, EU-Biodiversitätsstrategie, Ökolandbau, Agrarumweltmaßnahmen, investive Maßnahmen, Beschränkung bienenschädlicher Wirkstoffe u.a.) eine Rolle.

Der EuRH stellt als unabhängiges Kontrollorgan nun unter anderem folgende Mängel fest:

  • Es mangelt an Steuer- und Kontrollinstrumenten, die größten Bedrohungen zu bewältigen. Vor allem überprüft die Kommission die Umsetzung von Vorschriften in verschiedenen Mitgliedsstaaten zu wenig.
  • Es existieren keine spezifischen Schutzmaßnahmen für wilde Bestäuber in den Instrumenten der Initiative. Speziell in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sollten solche Maßnahmen integriert werden.
  • Notfallzulassungen von verbotenen und eingeschränkten Insektiziden werden in den Mitgliedsstaaten zu leichtfertig erteilt. Die Mitgliedstaaten werden dabei zu wenig kontrolliert und die Auflagen sind zu gering.

Der EuRH empfiehlt in seinem Fazit der Kommission vor allem,

  • die bisherigen Instrumente einer stärkeren Prüfung auf die Auswirkungen auf Bestäuber zu unterziehen,
  • in den GAP-Strategieplänen der Mitgliedsstaaten stärker als bisher darauf zu achten, dass besonders Maßnahmen mit positiven Auswirkungen auf Bestäuber enthalten sind,
  • spezifische Maßnahmen bezüglich kritischer Pflanzenschutzmittel speziell für wilde Bestäuber zu entwickeln,
  • insgesamt die Umsetzung von Vorschriften in den Mitgliedsstaaten besser zu überprüfen.

Fazit des DVL

Die Bewertung des EuRH zeigt, dass nicht die Menge, sondern die Qualität der insektenfördernden Maßnahmen entscheidend ist. Projekte wie NATÜRLICH BAYERN des DVL können zwar im nationalen oder gar europäischen Gesamtgefüge der Naturschutzmaßnahmen für Insekten nur einen kleinen Beitrag leisten. Wir sind aber überzeugt, dass gerade solche Projekte, die regional besonders eng mit vielen Akteuren zusammenarbeiten, wirklich effizient sind. Um wirksam das Insektensterben eindämmen zu können, sind jedoch aus Sicht des DVL weit mehr solcher großräumig angelegten und ausreichend finanzierten Initiativen mit kooperativen Ansätzen notwendig, also gemeinsam mit lokalen Akteuren aus Naturschutz, Landwirtschaft, Kommunen und staatlichen Stellen, aber flächig auf große Landschaftsräume ausgedehnt.

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